Alte Kennzeichen: 47.920 Lenker fahren „schwarz“. Die meisten alten Taferln sieht man 30 Jahre nach der Kennzeichen-Umstellung in Niederösterreich.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 06. August 2019 (06:35)
Max Steiner
Symbolbild

Weiße Schrift auf schwarzem Grund, Buchstaben für das Bundesland und Zahlen, die den Bezirk ausweisen: Wenn man aufmerksam aus dem Autofenster blickt, kann man vereinzelt noch eines der bis 1990 ausgegebenen Kennzeichen auf Niederösterreichs Straßen entdecken. Mittlerweile sind die schwarzen Taferln aber zu echten Exoten geworden: Wer heute noch eines hat, zeigt, dass er seinem Fahrzeug schon lange die Treue hält.

Fast 30 Jahre nach der Umstellung auf weiße Exemplare sind das insgesamt 47.920 Lenker in Niederösterreich – mit 2,7 Prozent der aktuellen Gesamtzulassungen die meisten aller Bundesländer. „In NÖ gibt es da noch eine Spitze“, bestätigt Isabella Eltner vom Versicherungsverband Österreich (VVO). Die meisten davon gibt es noch im Bezirk Mistelbach.

Wechsel nicht verpflichtend

Verpflichtung, die alten Kennzeichen zu wechseln, besteht keine, erklärt Elisabeth Hechenleitner vom Verkehrsministerium. „Über die Hälfte der Fahrzeuge mit alten Taferln sind landwirtschaftliche Fahrzeuge“, weiß die Ministeriumssprecherin.

Beliebt sind die schwarzen Exemplare aber auch bei Oldtimer-Freunden: „Wenn man ein altes Auto fährt, braucht man ein altes Kennzeichen. Das zeigt, dass das Fahrzeug durchgehend angemeldet war, und ist ein Zeichen für Qualität“, meint etwa der Korneuburger Oldtimer-Fan Herwig Ernst, auf dessen Käfer ein schwarzes Taferl prangt.