Europa's Umweltzonen: im "Dschungel" Überblick bewahren. Einfahrt verboten?! Mittlerweile gibt es in zahlreichen Städten Europas Zufahrtsbeschränkungen. Die jeweiligen Regelungen sind sehr unterschiedlich – von Klebe-Plakette über Online-Registrierung bis City Maut.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 28. März 2018 (09:53)
ÖAMTC

"Um Strafen zu vermeiden, sollten sich Reisende vor der Fahrt ins Ausland informieren, ob und wie man mit seinem Fahrzeug in eine Stadt fahren darf", rät ÖAMTC-Touristikerin Dagmar Riedl. Erleichtert wird die Reiseplanung mit der neuen Funktion des ÖAMTC-Routenplaners (www.oeamtc.at/routenplaner): Liegt auf der berechneten Strecke eine Zufahrtsbeschränkung, weist der Routenplaner darauf hin. So wird versehentliches Befahren vermieden.

Heuer wurden bereits weitere Umweltzonen eingerichtet. So ist in Brüssel die Einfahrt ins Stadtgebiet seit Jahresbeginn nur noch nach vorheriger Online-Registrierung erlaubt (kostenlos unter dem Link: lez.brussels). "Ein Fahrverbot gilt vorerst für Dieselfahrzeuge mit der Euro-Abgasnorm 0 und 1", weiß Riedl. "Für im Ausland zugelassene Fahrzeuge gibt es noch bis Sommer 2018 eine Übergangsfrist." Doch bereits für 2019 ist eine Verschärfung geplant. Auch im deutschen Regensburg ist im Jänner eine Umweltzone in Kraft getreten: Für die Einfahrt benötigt man nun eine grüne Umweltplakette.

Umweltplakette in Frankreich, City Maut in Italien und Skandinavien

  • Frankreich: Grundsätzlich ist für die Einfahrt in eine französische Umweltzone eine Umweltplakette erforderlich. Diese ist nur per Online-Bestellung (unter https://www.certificat-air.gouv.fr/demande-ext/cgu) erhältlich und kostet 4,80 Euro. "Da es keine anderen Verkaufsstellen gibt, sollte man die Umweltplakette rechtzeitig im Internet ordern", rät die ÖAMTC-Expertin. Umweltzonen sind in Frankreich entweder dauerhaft (z.B. im Stadtzentrum von Paris und Grenoble) oder sporadisch. Sporadische Umweltzonen werden bei Smogalarm ausgerufen (z.B. im Großraum von Paris und Grenoble, Lille, Lyon, Straßburg und Toulouse) – über das temporäre Inkrafttreten informieren die lokalen Medien.
  • Italien: In Mailand, Bologna und Palermo ist eine City Maut zu entrichten. Möchte man ins dortige Stadtgebiet einfahren, benötigt man ein entsprechendes Ticket. Ein Tagesticket kostet in Mailand und Palermo fünf Euro, in Bologna sechs Euro. Auf der Autostrada 36 im Großraum Mailand (auch Pedemontana genannt) gibt es seit einigen Monaten ein neues, vollständig automatisiertes Mautsystem namens Free Flow. Mautschranken und Kassenhäuschen gibt es auf dieser Strecke nicht mehr, es erfassen Sensoren die Kennzeichen der durchfahrenden Fahrzeuge.
  • Skandinavien: Eine City Maut gibt es auch in den schwedischen Städten Göteborg und Stockholm. In Norwegen gibt es flächendeckende Straßengebühren. "In beiden Ländern wird bei der Fahrt durch eine Mautstation das Kennzeichen elektronisch erfasst – die Rechnung für die Fahrt in die Umweltzone wird anschließend per Post an den Fahrzeughalter zugestellt", weiß ÖAMTC-Touristikerin Riedl.

Weitere Infos zu Zufahrtsbeschränkungen sind in der ÖAMTC Länder-Info unter www.oeamtc.at/laenderinfo in der Kategorie „Fahrverbote & Umweltzonen“ zu finden.