Die Kunst des Gasgebens

Seit nunmehr 30 Jahren verfasst Otti Schwarz erfolgreich humorige Gschichtln, Gedichte und Anekdoten - vorwiegend in österreichischer Mundart. Seine besten Werke präsentiert er ab sofort auch Woche für Woche auf NÖN.at.

Erstellt am 20. November 2021 | 07:00
Otti Schwarz
Otti Schwarz
Foto: Fotostudio Helmreich, 1010 Wien

DIE KUNST DES GASGEBENS
 
Ob fulminante Weihnochtsfeier,
Oder ob Fruahstuck mit 5 Eier,
Ob elegantes Seminar,
Ob Freßbankett fürn Opernstar,
 
Die vorgenanntn Schlemmerein
Bringen uns meist nur Schererein:
Gaunz speziell in Bauchbereich
Is des bei olle Menschn gleich:
 
A Gasfabrik mit Peristaltik
Erzeugt durtsöbst, und zwoar gewaltig,
Ein Gas, wöches erscht freigesetzt,
Des Nochbarn Riechorgan entsetzt!
 
Drum wird jo immer sanft entlossn,
Wias gasgebm auf der glottn Stroßn:
Daß niemand weiß, wer hier gesündigt:
Man hod inkognito gekündigt!
 
Mitunter wird auch der Ballast
Zur schmerzhoft zruckgewiesnen Last!
Daß ma´s nur recht boid nimmer gschpiert,
Sog i eich, wia mas wegserviert:
 
Waunn auf sein Traktor obm da Laundwirt
Scho die Verdauung eklatant gschpiert
Da foahrta quer zur Furche kurz:
Und schenkt auf Raten her den Furz!
 
Und im Theater die Sofflös?
Durt werdn die Schauspüler nervös:
Weu, setz d´Madam do unt an frei,
Wird aus an ...Schwank ein ...Hamlet glei!
 
Bein Doppesalto am Trapez,
Schnö reagiert der Schpringer schtets:
Weu, waunn ers hört bein Fänger knoin:
Gibts a Gesetz nur: loß di foin!
 
Die Tipmamsell mocht grod ein Kürzl
In den Moment druckt sie ein ...Fürzl.
Sie (vorbeugen!)  prüft ihrn Tisch. Daunn sogt sie heiter:
"So, Herr Direktor! Geht schon weiter!"
 
Wos glaubm´S, wos mi am meistn gift?
Des san doch die, wos foahrn min Lift!
Do schtöns an Koffer in d´Kabin,
Schteign draufhin aus. Und mir san drin!
 
Für d´Menschheit gäbs nur wenig Kummer,
Waunn jedsmoi mit an so an Brummer
A wengl Blödheit, Gier und Neid
Mit außefoahrert. Wär des gscheit?