Die unvergessliche Stadt

Seit nunmehr 30 Jahren verfasst Otti Schwarz erfolgreich humorige Gschichtln, Gedichte und Anekdoten - vorwiegend in österreichischer Mundart. Seine besten Werke präsentiert er ab sofort auch Woche für Woche auf NÖN.at.

Erstellt am 15. Januar 2022 | 07:00
Lesezeit: 4 Min
Otti Schwarz
Otti Schwarz
Foto: Fotostudio Helmreich, 1010 Wien

DIE UNVERGESSLICHE STADT                 
 
Ewig. Ewig is zerscht amoi
Die Ewigkeit. A klorer Foi.
Und ewig, mit sein Petersdom,
Is söbstverständlich a no Rom.
 
Mir san gfoahrn in die ewige Stodt
Weus durt so vü Butikn hod.
Irgndwer, der glaub ich, hamlich sauft,
Hod gmant, daß man dort billig kauft!
 
Wos uns am meistn fasziniert
Des san, perfekt organisiert,
Die Bedler und die Trickbetriager:
Vur die hobms uns scho gwoarnt in Fliager.
 
Doch wissen die net: mir san brennt!
Wer fladern wü, kriagt wos auf d´Händ!
Weu, waumma vü erlebt schon hod,
Is man natürlich polyglott!
 
Von Airport bis zur Pension
Kosts gleich einhundert Euro daunn.
Und es erkennt der Gast sehr schnell:
Die fladern hier ganz offiziell!
 
Daunn moch ma uns fia d´City ready.
I sog zur Frau: „Liebste, jetzt hätt i
Noch ein poar Tips dir zum diktieren,
Damits uns d´Euro net garniern!
 
Auf daß die Kohle bei uns bleib,
Trogst du die Tasche links, oh Weib!
Und links von dir, do geh daunn ich:
So mocht der Fladerant kan Schtich!“
 
Und wia mir hatschn durch die Vias
- Uns brennen schrecklich schon die Fiaß -
Do gibt’s auf amoi ein Gedränge!
Und in der menschlich-schwülen Enge
 
Verliert unser Kontakt an Tiefe!
Mir suachn uns und schrein nur „Hüfe!“
I siech, soa Dirrling, soa Giovanni,
Schteht knopp nebm meiner Maus allani
 
Des dürft a Tour sei, a gaunz neiche:
Der zwickt mei Maus in d´ rechte Weiche
Sie zuckt, wos gaunz natürlich is,
Auf´d Seitn. Und mit Bitternis
 
Erkenn i glei, oj weh, oj weh!
Sie reißt den linkn Oam in d´ Höh
Und gibt ihr Toschn solcherweis
Dem Fladerantn gnädig preis!
 
Und der, obwohl er´s goar net derf,
Fladert uns die Euro-Reserv!
Jetzt schiabns uns auf a klane Piazza
Auf amoi mocht mei Frau an Blatzer:
 
Ka Toschn und ka Poß! Ka Göd!
Die Uhrringln hobm a scho gföht!
Und mir, mit der Rasierklingen,
Homs außegschnipst mit gschickte Fingern
 
Die hintre Toschn zaumtn Fleck:
Mei Uhr, die Tickets woarn auch weg!
Togsdrauf, mit Botschafts-Unterstützung,
Und unkommoder Bahnbenützung
 
San mir daunn ham. A kurze Reise!
Doch kriagma erfreulicherweise
An Briaf von d´Karabinieri Roma
Göd, Päß warn durt. Mir kenntn kumma!
 
Mir soitn beide unterschreibm
Und miaßtn nur an Tog durt bleibm!
S´Hotel wird von der Stadt bezoiht
Und mia soin kumma. Ober boid!
 
Wos sois? Mir hobm di Diab verflucht
Und a sofurt zwei Tickets bucht.
In Rom, Taxi,..eh kloar: einhundert,
Sans auf der Polizei verwundert:
 
Kein Mensch waß wos von unsern Pech!
Mir rennen um gaunz unnädich!
Dann schickn uns die Bürokratn
Von Pontius bis zu d´Pilatn
 
Daunn pfeif ma drauf. A Pension
Befreit uns obnds von unseren Fron.
Mia ruafn aun daham bein Schwoger
Doch den sei Schtimm klingt etwos moger:
 
„A Diebs-Bande hod ohne Schonung
Heit komplett ausgramt eicher Wohnung!
Doch san die, glaubi, trotzdem edel:
Weu auf der Türe pickt a Zettl,
 
Do schteht: „Grazie! Tanti saluti!
Wir aben mitgenommen tutti!
Aber, ihr machen kein Verdrutz:
Morgen seid ihr ganz XX Lutz!“