Anerkennung für den inspirierten Erfindergeist. Peter Heindl aus Sieghartskirchen, Bezirk Tulln, wurde bei der Erfindermesse in Nürnberg mit Gold ausgezeichnet – für seine Bierzapfanlage.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 09. Januar 2018 (02:01)
Bischof & Broel
Peter Heindl

Im Jahr 2015 wurde in der Sendung „Die Höhle des Löwen“, wo für Produkte Investoren gesucht wurden, eine Schnellzapfanlage vorgestellt. „Diese funktionierte zwar wunderbar, aber nur mit Spezialbechern. Diese Unvollkommenheit hat mich inspiriert“, sagt Peter Heindl. Und so entwickelte der 47-Jährige das Produkt weiter. Mit seiner Zapfanlage können pro Stunde 1.800 Liter Bier in Gläser gefüllt werden. Dafür wurde Heindl bei der internationalen Erfindermesse in Nürnberg, kurz: iENA, nun auch mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Heindl besuchte die Schule in Purkersdorf und hatte später viele berufliche Stationen in verschiedensten Bereichen. Doch die „lebenslange Affinität zur Technik“, wie Heindl sie nennt, war schon in seiner Kindheit da.

So baute er schon mit zwölf Jahren ein Fahrrad mit Flugzeugpropeller-Antrieb. Was Heindl am Erfindertum toll findet, kann er leicht erklären: „Grundsätzlich ist es natürlich reizvoll, die ersten Schritte zu tun, wenn Sie etwas vollkommen Neues machen und der Erste sind, der das tut.“ Außerdem findet er es spannend, eine Idee zu haben, die einen komplett finanziell unabhängig machen könnte. „Sie können auch Lotto spielen, aber wenn Sie kreativ sind und Sie haben den Drive, das durchzuziehen, dann können Sie über eine Erfindung versuchen, ihr Glück zu finden“, ist Heindl sicher.

Die noch ausbaufähige Anlage habe zu dem Gedanken geführt, sagt der Mostviertler, dass man das Bier so wie in einer Fabrik abzapft: „Das ist das Gegendruck-Verfahren.“ Bei Heindls Maschine wird nicht die Flasche, sondern „die ganze Umgebung des Gefäßes unter Druck gesetzt“. Durch sein Verfahren spart man sich zusätzliche Handgriffe und spart so noch mehr Zeit beim Zapfen etwa bei einem Zeltfest, wo jede Minute zählt. Und genau denen, die beruflich damit zu tun haben, will Heindl die Arbeit erleichtern: „Mir ist es persönlich relativ egal, wie schnell das Bier fließt, aber für die Leute, die da beschäftigt sind, ist es wichtig!“

Bis er das Patent für die Erfindung durch hatte und auch ein Modell gebaut war, verging fast ein Jahr. Damit die Zapfanlage von Heindl nun auch in Serie gehen kann, braucht er nun noch Investoren. Aber auch weitere Erfindungen von Heindl, warten darauf, umgesetzt zu werden. So hat er etwa ein Verkehrsleitkonzept entwickelt, wodurch „unglaublich viel Energie gespart werden kann“.

Welcher Niederösterreicher der Woche hat euch besonders beeindruckt?