Förderungen für 24-Stunden-Betreuung gestiegen. Einen neuen Alarm gibt es um die Entwicklung der Pflegekosten. Der Rechnungshof verweist auf eine Steigerung der Unterstützungen binnen acht Jahren von 9 auf 138 Millionen Euro.

Erstellt am 23. März 2018 (15:33)
BilderBox.com, Erwin Wodicka

Nicht nur in Niederösterreich lassen sich Tausende hilfsbedürftige Menschen selbst oder Personen ihre betagten Eltern und Angehörigen rund um die Uhr daheim betreuen.

Für diese 24-Stunden-Betreuung, die hauptsächlich von ausländischen Pflegekräften durchgeführt wird, gibt es Zuschüsse der öffentlichen Hand. Die Ausgaben dafür sind bundesweit bis 2015 auf gut 138 Millionen Euro angewachsen, wie der Rechnungshof in einem neuen, der NÖN vorliegenden Prüfbericht auflistet.

Im Jahr 2007 wurde nach langen Kämpfen in der damaligen rot-schwarzen Koalition auf Bundesebene eine gesetzliche Lösung für die zuvor oft illegal erfolgte 24-Stunden-Betreuung in den eigenen vier Wänden gefunden – samt staatlicher Unterstützung. Die Rund-um-die-Uhr Betreuung daheim durch Pflegerinnen boomt seither.

Steigerung von 9 auf 138 Millionen Euro

Die Förderungen für diese Form der Betreuung hilfsbedürftiger Menschen, die noch nicht in ein Pflegeheim wollen und nicht mehr von ihren Angehörigen selbst gepflegt werden können, sind mittlerweile drastisch gestiegen. Im Jahr 2007 lagen die Aufwendungen für Förderungen bei 9,14 Millionen Euro.

Im Jahr 2015 waren es laut dem Prüfbericht des Rechnungshofes bereits 138,75 Millionen Euro. Bund und Bundesländer haben sich diese Ausgaben im Verhältnis 60 zu 40 geteilt.

Bei Hausbesuchen von Experten, die zur Kontrolle und zur Sicherung der Qualität der Pflege bei der 24-Stunden-Betreuung durchgeführt wurde, gab es Beanstandungen. Denn bei zehn Prozent der Hausbesuche zeigte sich, dass die Betreuungskräfte auch pflegerische und ärztliche Tätigkeiten übernommen haben, für die sie nicht ausgebildet waren.

Überprüfung des geltenden Fördersystems

Die Kontrollore des Rechnungshofes empfahlen daher unter anderem, das System zur Sicherung der Qualität bei der 24-Stunden-Betreuung auszuweiten. Es solle auch überprüft werden, ob das bestehende Fördersystem noch den geänderten Rahmenbedingungen Rechnung trägt. Dabei solle ebenfalls untersucht werden, ob eine generelle Neugestaltung zur Sicherung einer legalen, leistungsfähigen und qualitativ hochwertigen Betreuung zu Hause notwendig sei, schlug der Rechnungshof vor.