Josef Haslinger: Ein Kritiker seiner Zeit

Erstellt am 01. Oktober 2022 | 05:20
Lesezeit: 2 Min
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Vielfach ausgezeichnet: Josef Haslinger.
Foto: APA/ Neubauer
Der Schriftsteller Josef Haslinger ist in Groß Meinharts aufgewachsen.
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Josef Haslinger wurde am 5. Juli 1955 im Bezirk Zwettl geboren, wo er auch aufwuchs. In Wien studierte er Philosophie, Theaterwissenschaft und Germanistik und promovierte 1980.

Den Durchbruch als Schriftsteller schaffte der Waldviertler 1995 mit seinem Roman „Opernball“. Sein literarisches Werk ist von gesellschaftspolitischem Engagement gekennzeichnet, was sich im Politthriller „Opernball“ ebenso zeigt wie im „Vaterspiel“, wo es um die Verbrechen der Nazis geht; oder auch im bissigen Essay „Politik der Gefühle“, der zur Zeit der Waldheim-Affäre entsteht.

Seine Zeit als Klosterschüler in Zwettl verarbeitet Haslinger erstmals 1980 in „Der Konviktskaktus und andere Erzählungen“. 2020 widmet er sich in „Mein Fall“ wieder diesem Thema und berichtet von sexuellen Misshandlungen im Kloster.

1992 hat Haslinger die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch mitbegründet. Von 1996 bis 2021 war er Professor für literarische Ästhetik in Leipzig. Mit seiner Frau Edith und seinen Zwillingen lebt er in Wien und Leipzig. 2004 überlebte die Familie in Thailand nur knapp den Tsunami, dieses Erlebnis verarbeitete Haslinger im Roman „Phi Phi Island“.