Erstellt am 12. Juni 2018, 00:02

von NÖN Redaktion

Ist ein EU-Verbot von Einweg-Plastikprodukten sinnvoll?. Wie denkt ihr darüber? Macht mit und stimmt ab!

Symbolbild  |  kittiwat chaitoep/Shutterstock.com

PRO: Roman Mesicek, Studiengangsleiter Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement, IMC FH Krems

Roman Mesicek  |  IMC FH Krems

Die Verschmutzung durch Plastikprodukte ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Die große Frage ist: Wo setzt man an, um dieses Problem zu lösen? Ich finde es sinnvoll, bei unserer Wegwerfgesellschaft zu beginnen. Gerade bei Einweg-Plastikprodukten wie Strohhalmen, Einwegbesteck oder Wattestäbchen ist ordentliches Recycling nahezu unmöglich.

Denken Sie doch nur an ein Festival mit Tausenden Besuchern, da trennt niemand sein Plastikgeschirr. Daher sehe ich Regulierung in Form eines Verbots als einzige Möglichkeit. So würde zudem Platz geschaffen werden für innovative Alternativen, etwa Bambusgeschirr oder Strohhalme aus Papier. Solange es aber billige Plastikprodukte am Markt gibt, werden nachhaltigere Produkte nur wenig angenommen.

KONTRA: Günther Lehner, Geschäftsführer Kunststoffverpackungen Alpla

Günther Lehner  |  Alpla

Generell stehen wir der Plastics Strategy der EU positiv gegenüber. Besonders begrüßenswert ist der Ausbau der Recyclingfähigkeit. Die Nachfrage nach Recycling-Materialien hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Nachhaltigkeit hat sich in der Branche als Wert verankert, nicht zuletzt wegen der Nachfrage seitens der Endkonsumenten.

Dennoch sehen wir das Verbot einzelner Produkte skeptisch. Einerseits gefährdet das den ganzheitlichen Ansatz der Strategie, andererseits verlagern sich Probleme nur auf andere Rohstoffe. Unserer Meinung nach wären nachhaltige Sammel- und Verwertungslösungen sowie die Aufklärung der Verbraucher über nachhaltigen Konsum und umweltgerechten Umgang mit Abfall zielführendere Maßnahmen.

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  • Ist ein EU-Verbot von Einweg-Plastikprodukten sinnvoll?