Ist Tempolimit 140 auf Österreichs Autobahnen sinnvoll?.

Erstellt am 16. Januar 2018 (02:25)
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Symbolbild

PRO: Gerald Kumnig, ARBÖ-Generalsekretär

Foto Miedler
Gerald Kumnig

Der ARBÖ steht einer temporären Erhöhung der Tempolimits auf österreichischen Autobahnen grundsätzlich positiv gegenüber. Allerdings soll dies nicht als Freibrief zum Rasen verstanden werden. Verkehrssicherheit hat immer Vorrang, und sobald die Verkehrssicherheit gefährdet ist, muss das jeweilige Tempolimit angepasst und kontrolliert werden. Eine Erhöhung auf 140 oder 150 Stundenkilometer ist aber durchaus vorstellbar, wenn gewisse Rahmenbedingungen vorgefunden werden.

Auf dreispurigen Autobahnen, bei Schönwetter mit guter Sicht und wenig Verkehr ist es unverständlich, dass Autofahrer nicht geringfügig schneller fahren dürfen. Klar ist, dass eine Erhöhung nicht auf allen Autobahnen, sondern nur auf ausgewählten Strecken möglich sein wird.

KONTRA: Christian Gratzer Sprecher Verkehrsclub Österreich (VCÖ)

Reinhard Öhner
Christian Gratzer, Sprecher Verkehrsclub Österreich.

Es fahren bereits heute etliche 140, ist öfters zu hören. Ja, die Toleranz beim Überschreiten von Tempolimits ist groß. Wird das Limit auf 140 erhöht, werden dann aber viele 150 km/h oder mehr fahren. Der Spritverbrauch steigt, mehr CO 2 und giftige Schadstoffe werden ausgestoßen. Mit dem Tempo wird der Anhalteweg länger, Unfallrisiko und die Schwere der Unfälle nehmen zu.

Im Vorjahr war zu hohes Tempo die Ursache von jedem 4. tödlichen Verkehrsunfall. In Österreich kommen fast doppelt so viele im Straßenverkehr ums Leben wie in der Schweiz. In der Schweiz gilt unter anderem Tempo 120 auf Autobahnen, es wird konsequent gegen Schnellfahren vorgegangen. Aus Sicht des VCÖ brauchen wir in Österreich mehr Sicherheit im Straßenverkehr und nicht weniger.

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