Ist Toleranzgrenze bei Radarmessungen notwendig?. Wie denkt ihr darüber? Macht mit und stimmt ab!

Erstellt am 23. Mai 2018 (01:39)
Symbolbild
VladKol/Shutterstock.com

PRO: Nikolaus Authried, Jurist des ÖAMTC

Nikolaus Authried
ÖAMTC/Postl

Die Messtoleranz ist dem Umstand geschuldet, dass kein Gerät mit einer Genauigkeit von 100 Prozent die Geschwindigkeit eines vorbeifahrenden Fahrzeugs messen kann. Der Toleranzspielraum kann nach unten oder nach oben verschoben sein, diesen Spielraum kennt der Autofahrer nicht.

Die Abschaffung der sogenannten „Straftoleranz“ wurde schon oft debattiert, der ÖAMTC hat sich aber immer dagegengestellt. Hier besteht nämlich die Gefahr, dass der Blick des Lenkers dann nicht mehr auf der Straße, sondern auf dem Tachometer liegen würde, um ja keinen km/h zu schnell zu fahren.

Die Toleranzgrenzen bei Geschwindigkeitsmessungen abzuschaffen, wäre demnach der falsche Weg.

KONTRA: Christian Gratzer, Pressesprecher des VCÖ

Christian Gratzer
VCÖ

Österreich hat beim Schnellfahren sehr großzügige Toleranzgrenzen – im Unterschied zu der Schweiz. Dort beträgt die Toleranz maximal 5 km/h, in Österreich werden oft 10 km/h oder mehr toleriert. So gilt beispielsweise für Lastwagen auf Autobahnen Tempo 80, die meisten fahren aber 90km/h oder mehr. 10 km/h klingen nach wenig, machen aber für den Anhalteweg einen großen Unterschied.

Ein Lkw, der bei 80 km/h nach 73 Metern steht, hat bei 90 km/h einen Anhalteweg von 89 Metern und fährt nach 73 Metern noch über 40 km/h. Kracht ein Lastwagen mit diesem Tempo in ein Auto, kann das böse enden. Sicherheit muss Vorrang haben. Deshalb ist aus Sicht des VCÖ die Schweiz hinsichtlich der Toleranz beim Überschreiten von Tempolimits ein Vorbild.

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  • Ist die österreichische Toleranzgrenze bei Radarmessungen notwendig?