Pflegende Angehörige beim Land anstellen?. Ob Versorgen von Verwandten bezahlte Arbeit sein soll, ist umstritten – auch bei Pflege-Organisationen. Wie denkt ihr darüber? Stimmt ab!

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 18. August 2021 (05:00)
Pflege Symbolbild
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Alexander Raths

PRO: Ewald Sacher, Präsident der Volkshilfe NÖ und ehemaliger SPÖ-Nationalratsabgeordneter

Ewald Sacher
Ewald Sacher
Franz Baldauf

Der Pflegedienstleister Volkshilfe kooperiert bereits jetzt sehr gut mit pflegenden Angehörigen. Sollte das Modell eingeführt werden, könnte sich dies noch weiter verbessern, da auch unsere Mitarbeiter von guter, bezahlter Arbeit durch die Angehörigen profitieren.

Außerdem bietet die Anstellung eine arbeits- und sozialrechtliche Absicherung. Durch eine Anstellung erhalten Angehörige Anspruch auf eine Pensionsversicherung. Das ist nicht zuletzt für Frauen, die häufig die Pflegearbeit übernehmen, von großer Bedeutung. Darüber hinaus hat sich der Erfolg des Modells, im Burgenland zum Beispiel, bereits gezeigt.

KONTRA: Michaela Hinterholzer, Präsidentin des Hilfswerk NÖ und ÖVP-Landtagsabgeordnete 

Michaela Hinterholzer
Michaela Hinterholzer
Schwarz-König

Eine Anstellung würde für pflegende Angehörige schlichtweg keine Entlastung bedeuten. Die Belastung wird vielmehr zum Beruf gemacht! Pflegenden Angehörigen fehlt die Ausbildung, über die das Fachpersonal verfügt. Deswegen benötigen sie Beratung und Unterstützung von Pflegefachkräften. Auch sind nur ein Drittel der pflegenden Angehörigen im erwerbsfähigen Alter.

Weiters widerspricht dieses Modell arbeits(verfassungs-)rechtlichen Grundlagen. Auch die Nachfrage ist äußerst gering. Wichtiger ist, die monetären Mittel in den Ausbau von Ausbildungsplätzen im Pflegebereich oder in eine bessere Bezahlung zu investieren!

Pro & Kontra: Pflege

  • Sollen pflegende Angehörige beim Land angestellt werden?