Soll Wählen über das Internet möglich sein?.

Erstellt am 03. Oktober 2017 (01:28)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Symbolbild
KieferPix/Shutterstock.com

PRO: Uwe Serdült, Politikwissenschaftler, Projektleitung „iVoting“ am Zentrum für Demokratie in Aarau (ZDA)

Uwe Serdült
ZDA

Dass mit E-Voting der Aufwand beim Zählen sinkt und es keine ungültige Stimme mehr gibt, ist eine nette Zugabe, aber nicht entscheidend. Die Krux bei Wahlen ist: Ich muss als Person identifizierbar sein, meine Stimme ist jedoch gleichzeitig geheim. Technisch ist das gelöst. Kombiniert mit organisatorischen Maßnahmen lässt sich eine hohe operative Sicherheit erreichen.

Individuelle und universelle Verifizierung führen zu einer ganz neuen Qualität: Ich erhalte eine Quittung, die mir bestätigt, dass meine Stimme korrekt angekommen ist und gezählt wurde. Falls der Prüfcode nicht übereinstimmt, wurde meine Stimme kompromittiert. Ob das Total aller elek-tronischen Stimmen zusammenpasst, lässt sich zusätzlich auch durch Dritte überprüfen.

KONTRA: Barbara Ondrisek, Gründerin der Plattform www.papierwahl.at

Barbara Ondrisek
zVg

Elektronische Wahlen gefährden die Grundsätze des freien, geheimen und persönlichen Wahlrechts. Ein E-Voting-System ist für den normalen Bürger unverständlich und nicht einsehbar. Es kann nicht garantiert werden, dass die eingesetzte Software fehlerfrei oder ohne schadhafte Manipulation ist.

In Österreich wurde die Internetwahl 2009 bei der ÖH-Wahl vom Verfassungsgerichtshof 2009 für ungültig erklärt, da es „im Unterschied zu herkömmlichen Wahlverfahren, bei denen sich jeder Wahlberechtigte von der Einhaltung der Wahlgrundsätze überzeugen kann, im Verfahren der elektronischen Wahl eines besonderen technischen Sachverstandes bedarf, der bei einem Großteil der Wähler nicht vorausgesetzt werden kann“.

Umfrage beendet

  • Soll Wählen über das Internet möglich sein?