Sollten wir aufs Händeschütteln auf Dauer verzichten?. Seit Corona sind Begrüßungsrituale tabu. Ob sie überhaupt zurückkehren, ist ungewiss. Wie denkt ihr darüber? Stimmt ab!

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 03. Juni 2021 (05:36)
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PRO: Allgemeinmediziner Max Wudy aus Bad Vöslau (Bezirk Baden)

Max Wudy
privat

Trotz der zunehmenden Öffnungsschritte sollten gewohnte Begrüßungsrituale wie Händeschütteln, Begrüßungsküsse oder Umarmungen auf jeden Fall noch unterlassen werden. Auch unabhängig von der Pandemie ist natürlich das Händewaschen das Um und Auf der Hygiene. Ob wir als Gesellschaft langfristig auf gewohnte Begrüßungsrituale verzichten werden, ist eher eine kulturphilosophische Frage.

Fest steht aber, dass der Übertragungsweg über Händeschütteln nicht nur für Covid, sondern für viele Krankheiten bewiesen ist. Durch den Verzicht auf dieses Begrüßungsritual könnte hier sicherlich einiges an Risiko minimiert werden. Ich rechne aber schon damit, dass wir uns in Zukunft wieder wie früher begrüßen werden. Dennoch ist für mich klar, dass hundertfaches Händeschütteln, wie wir es von zahlreichen Anlässen aus der Vergangenheit kennen, in jedem Fall verzichtbar ist.

KONTRA: Heinz Daxecker von der NÖ Knigge Gesellschaft

Heinz Daxecker
privat

Eine Begrüßung signalisiert Kooperationsbereitschaft und folgt einer Struktur: Zum Beispiel, dass Rangniedrigere zuerst grüßen sollen, die Jüngeren die Älteren oder Männer Frauen (im privaten Umfeld). Wer hätte es zu Beginn 2020 für möglich gehalten, dass geballte Fäuste gegeneinanderzudrücken bald als Begrüßung einzustufen sein wird – wohl nur eingefleischte Boxsport-Fans. Eine Begrüßung mit Handschlag baut eine Kommunikationsbeziehung auf – ungleich einer Begrüßung, bei der geballte Fäuste gegeneinandergedrückt werden.

Die nonverbale Kommunikation ist stärker als das gesprochene Wort, und der Unterschied zwischen Grüßen ohne Handschlag und gar nicht Grüßen ist minimal. Sobald die Pandemie eingedämmt und unser Leben dem vor der Pandemie ähnelt, werden auch wieder Hände geschüttelt oder nahestehende Menschen umarmt und deren Wangen geküsst – es wird wieder kommuniziert. Eine verstärkte Hygiene wird aufrecht bleiben.

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