Veganes Weihnachtsessen: Ist das angemessen?

Ein Festessen ohne tierische Produkte ist für viele nicht vorstellbar. NÖ-Spitzenköche sehen das unterschiedlich. Wie denkt ihr darüber? Stimmt ab!

Erstellt am 22. Dezember 2021 | 05:46
Lesezeit: 1 Min
Weihnachtsessen Symbolbild
Symbolbild
Foto: Alexander Kozlachkov, Shutterstock.com

Toni Mörwald, Haubenkoch und Betreiber von vier Restaurants in NÖ

440_0008_8254187_noe51_p_k_tonimoerwald22_c_thomassmetan.jpg
Toni Mörwald
Foto: Thomas Smetana

Die gewählte Ernährungsform ist höchst individuell, nicht nur zu den Festtagen, sondern das gesamte Jahr. Es steht kaum jemandem eine Bewertung über die Ernährung anderer zu. Ein veganes Festmenü ist genauso edel wie ein Fleisch- oder Fischgericht. Wichtig ist, dass es mit Bedacht, Sorgfalt und Liebe ausgewählt und zubereitet wird.

Für unsere Nutztiere ist Weihnachten definitiv keine schöne Zeit. Darum kann ich gut verstehen, wenn kreative KüchenheldInnen zu Alternativen greifen. Mein Vorschlag sind Artischockenherzen mit getrüffeltem Risotto zur Hauptspeise und ein Schokobrownie mit Maronireis und Amarenakirschen zum Abschluss.

Ob Festbraten oder veganes Menü, wichtig ist die einkaufte Menge. Egal wie nachhaltig, regional und artgerecht die Lebensmittel hergestellt wurden: Es ist völlig umsonst, wenn nach Weihnachten Tonnen davon im Müll laden.

Thomas Dorfer, Haubenkoch und Betreiber Landhaus Bacher in Mautern

440_0008_8254235_noe51_p_k_thomas_dorfer_c_guenter_stand.jpg
Thomas Dorfer
Foto: Günter Standl

Der Trend zur veganen Küche soll sich angeblich ausbreiten wie das Corona-Virus. Das ist Blödsinn. Der komplette Verzicht ist im geringen Prozent-Bereich. Es geht um Respekt vor Lebewesen, Ansichten zur Massentierhaltung sind nachvollziehbar. Andererseits wird in Spanien oder Andalusien auf den größten Agrarflächen Europas in zigtausenden Gewächshäusern Obst und Gemüse für Europa angebaut. Die verwendeten Düngemittel dezimieren den Fischfang in weniger als vier Jahren um 80 Prozent.

Es geht hier um Balance, die mit Regionalität und vor allem mit Saisonalität stattfinden soll. Wir kochen in unserem Restaurant mit großer Leidenschaft vegetarisch und auf Vorbestellung auch liebend gerne vegan. Es geht allerdings um Ausgewogenheit, jeden Tag Fleisch ist nicht der richtige Weg. Die Wertschätzung des Produktes, ob Gemüse, Obst, Fisch oder Fleisch: Das macht den Unterschied.

Umfrage beendet

  • Veganes Weihnachtsessen: Ist das angemessen?