Wäre Jesus heute Vegetarier?. Schädlich für die Umwelt, Ursache für Tierleid: Fleischkonsum steht in Kritik. Ist er moralisch vertretbar? Stimmt ab!

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 11. Juni 2021 (04:48)
Symbolbild
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PRO: Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken

Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken
privat

Ich habe gerade den zerbrechlichen Körper meiner kleinen Tochter in den Armen gehalten. Undenkbar, ihr etwas anzutun. Sie ist schwach, mir ausgeliefert, ich will sie nur beschützen. Fühlen wir so anders, wenn wir ein hilfloses Tierkind in den Armen halten? Nein. Der Mensch hat die Hilflosigkeit der Tiere aber brutal ausgenutzt, ich denke nur an Schweinefabriken mit Vollspaltenboden, kahlen Wänden, kaum Platz.

Jesus spricht zu uns durch seine Bergpredigt. Darin offenbart er seine Liebe sogar Feinden gegenüber. Könnte er einem hilflosen, unschuldigen Wesen aus Fleisch und Blut Gewalt antun? Ist Jesus als Schlächter vorstellbar? Als Schlächter eines Schweins aus der Tierfabrik schon gar nicht, aber eines glücklichen Freilandschweines? Er ruft das Tier zu sich, beruhigt es, legt ihm die Hand auf – und rammt überraschend ein Messer in die Kehle? Undenkbar! Doch ohne Schlachtung kein Fleischverzehr.

KONTRA: Georg Strasser, Präsident des Bauernbundes

Georg Strasser, Präsident des Bauernbundes
BB/Schweinester

Jesus würde sich ausgewogen ernähren. Von dem, was die Natur uns gibt – aber im rechten Maß. Dazu gehören pflanzliche Lebensmittel ebenso wie tierische – alles, was für eine gesunde Ernährung eben nötig ist. Besonders wichtig wäre ihm wohl ein ganzheitlicher Zugang. Bei der Erzeugung der Lebensmittel als auch im Umgang mit Tieren. Er würde darauf achten, dass Lebensmittel in einen natürlichen Kreislauf von Ökologie und Ökonomie eingebettet sind.

Jesus war ein Genießer. Er hat Brot und Fisch mit den Menschen geteilt. Und er mochte Rituale. Das Brechen von Brot und das Trinken von Wein in der Gemeinschaft haben ihm gefallen. In seinen Augen wäre gemeinsames Essen auch heute eine Bindung an Gott, Mensch und Natur. Er würde Fleisch nicht ersetzen, sondern das Beste aus jedem Stück herausholen. Den Menschen würde es gefallen, wie Jesus mit Tieren und Lebensmitteln umgeht – als Vorbild wie in anderen Lebensbereichen auch.

In Kooperation mit der Katholischen Aktion

Pro & Kontra: Vegetarismus

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