Sollen Adelstitel wieder offiziell erlaubt sein?. Wie denkt ihr darüber? Diskutiert mit und stimmt ab!

Erstellt am 20. September 2016 (05:45)
NOEN, LianeM/Shutterstock.com

NOEN, Christine de Grancy
Anita Hohenberg, Urenkelin von Thronfolger Franz Ferdinand

PRO:
Anita Hohenberg, Urenkelin von Thronfolger Franz Ferdinand

Unsere Gesetzeslage verbietet es, Adelstitel zu führen. Das respektiere ich, indem ich mich, wie die meisten Standesgenossen, die ich kenne, daran halte. Gewisse Namen wie Hohenlohe oder Trauttmansdorff sind in der Bevölkerung ohnehin bekannt und fest verankert. Anders als in Österreich dürfen vererbte Adelstitel in Deutschland oder Frankreich weitergeführt werden. Dies ist mit keinerlei Privilegien oder Vorrechten verbunden. Es ist vielmehr eine Höflichkeitsform, die ein Bestandteil des guten Umganges miteinander ist – und nicht, um diese Personen einer Elite zuzuordnen. Eine derartige Form der Ansprache könnte ich mir gut vorstellen, jedoch werde ich auch weiterhin sehr gut und gerne ohne das Führen eines Titels in unserer Republik leben.

 

NOEN, Paul Landl
Heinz Mayer, Jurist

KONTRA:
Heinz Mayer, Jurist

Es gibt gute Gründe dafür, dass Adelstitel hierzulande verboten sind. Österreich ist eine Republik und keine Monarchie – deshalb ist es naheliegend, dass das Führen eines solchen Titels nicht erlaubt ist. Wir haben uns bereits im Jahr 1918 vom Adel verabschiedet, weshalb es auch wichtig ist, dass die Vorrechte, die solche Titel implizieren, nicht mehr gültig sind. Adelstitel sind immer ein Signal für die Ungleichheit von Menschen. Wenn sich nun jemand privat gerne als „Graf“ oder „Baron“ bezeichnen will, kann er das tun. Doch offiziell ist es verboten, und das soll auch so bleiben. Es geht eine bestimmte Aura von Personen aus, die derartige Titel führen, dass diese besser sind als andere. Und so etwas trägt sich in einer Republik definitiv nicht.

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