Harald & Gaby Schwammer: Ein Leben für die Tiere. Gaby und Harald Schwammer beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit Tieren überall auf der Welt. In ihrem Buch „Im Einsatz für gefährdete Arten“ erzählen sie von ihren Tierschutz-Projekten.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 15. Mai 2019 (03:46)
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Gaby und Harald Schwammer setzen sich seit Jahrzehnten für gefährdete Arten ein.

Thailand, Sri Lanka, Jordanien oder die Antarktis. Wenn Harald und Gaby Schwammer von ihrer Arbeit erzählen, klingt das wie der Inhalt eines Abenteuerbuches. Daher haben sie auch eines geschrieben. Die beiden setzen sich für Tierschutz ein und beschreiben ihre Projekte im Buch „Im Einsatz für gefährdete Arten“.

„Wir sind immer wieder angesprochen worden, wenn wir unterwegs waren, weil wir so ein buntes, vielfältiges Leben für die Tierwelt haben, ob wir das nicht in Buchform bringen wollen“, erzählt Gaby Schwammer. Da es ein Stichwortprotokoll von ihren Einsätzen gegeben hat, war damit die Grundlage geschaffen. Das Buch würde laut Harald Schwammer ein breites Publikum ansprechen, „weil es um viele Tierarten geht“. Es sei im Unterschied zu anderen Werken ohne erhobenen Zeigefinger. „Wir schreiben nicht ‚Die Welt geht unter. Ihr seid alle böse.‘ Wir zeigen, was man machen kann.“

Von der Zoologie in den Zoo

Gaby Schwammer wurde 1959 in Neunkirchen geboren, Harald Schwammer 1955 in Wiener Neustadt. Obwohl sich die beiden über Bekannte schon als Kinder gekannt haben, haben die beiden dann erst wieder kurz vor dem Studium „zusammengefunden“. Die Schwammers haben Zoologie in Wien studiert. Harald Schwammer war nach seinem Studium an der Uni tätig und arbeitete schon damals als Berater für den Tiergarten Schönbrunn.

Später wechselte er in den Zoo und ist dort bis zu seiner Pensionierung nächstes Jahr Stellvertretender Direktor sowie Zoologischer Abteilungsleiter. Gaby Schwammer leitete bis vor kurzem noch die Zoopädagogische Abteilung, ist aber mittlerweile in Pension. Das Paar lebt in der Gemeinde Sankt Valentin-Landschach im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich. Das Schönste an der Arbeit sei für Harald Schwammer die „Möglichkeit der Vielfalt“. Nur an einem Thema zu arbeiten hätte ihm zu wenig geboten, sagt er heute. Und auch das Aufgabengebiet von Gaby Schwammer war immer von Vielfalt geprägt.

Als eine der aufregendsten Regionen beschreibt Schwammer etwa die Antarktis, wo er und seine Frau auf Expeditionskreuzfahrtschiffen als Lektoren dabei waren.

Das absolute Herzensprojekt der beiden ist aber das „Austrian Sri Lankan Elephant Research and Conservation Project, das 2005 zusammen in Sri Lanka gegründet wurde. Dadurch soll dort der Konflikt zwischen Mensch und Elefant um deren Lebensraum gemildert werden.

Nur mit Bevölkerung möglich

Der Grund, warum das Projekt funktioniere, sieht Schwammer in der Art, wie dort mit der Bevölkerung umgegangen wird. „Es funktioniert nirgends auf der Welt, wenn man als Europäer wo hingeht und sagt ‚Der Elefant gehört geschützt.‘“ In das Projekt wird die Bevölkerung intensiv eingebunden.

Langeweile wird es in der Pension nicht geben. Zuhause muss sich das Ehepaar um ihre Lamas kümmern, auch die Artenschutzprojekte laufen weiter. Und ein weiteres Buch soll folgen. Darin wollen sie ihre Eindrücke aus den polaren Regionen verarbeiten, die sich durch die Klimakrise verändert haben. „Da sondieren wir gerade unsere Notizen.“