Therapie kommt meist teuer - NÖLP für mehr Kassenplätze. Durch Covid ist Zahl der Erkrankten gestiegen. Therapeuten-Verband fordert mehr Kassenplätze.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 18. November 2020 (04:56)
Maria Werni, Psychotherapeutin und Vorsitzende des NÖ Landesverbands für Psychotherapie
.Andrea Bichl

Wer sich den Arm bricht, geht zum Arzt. Wer ein psychisches Problem hat, sucht oft keine Hilfe. „Viele verstecken ihr Leiden, weil sie nicht als verrückt gelten wollen“, weiß Maria Werni, Vorsitzende des Landesverbands für Psychotherapie.

Dabei sind psychische Probleme keine Seltenheit: Laut NÖLP erkrankt jeder Vierte einmal an einer Depression. Durch Corona haben Belastungen zugenommen. Depressive Symptome sind von vier auf 20 Prozent und Angst von fünf auf 19 Prozent angestiegen, heißt es von der Donau-Uni.

Dadurch braucht es mehr Psychotherapie, weiß Werni. Für die muss man aber meist tief in die Tasche greifen. Kassenplätze sind rar: Aktuell können in NÖ nur 260 von 1.600 Psychotherapeuten einen anbieten. In manchen Bezirken komme es zu Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr.

Zum Tag der Psychotherapie am 20. November fordert der NÖLP daher, dass psychotherapeutische Leistung anerkannt und finanziert wird wie ärztliche.