Quarantäne ist laut Studie wichtig

Zahl der Infizierten steigt langsamer. Kremser Team untersucht für WHO einen der Gründe.

Christine Haiderer
Christine Haiderer Erstellt am 15. April 2020 | 05:09
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Coronavirus Quarantäne Symbolbild
Foto: Deliris/shutterstock.com

Die Zahl der aktuell Erkrankten sinkt – und auch die Zahl der täglichen Neuerkrankungen bleibt niedrig. Grund dafür sind unter anderem: Abstand halten, Maske tragen und Quarantäne von Erkrankten und Verdachtsfällen.

Dass Quarantäne eine wichtige Maßnahme ist, bestätigt auch ein brandneuer Cochrane Rapid Review. Im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation hat ein Team des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation an der Donau-Uni Krems, wo Cochrane Österreich angesiedelt ist, 2.000 Studien gesichtet. 29 wurden als relevant eingestuft und ausgewertet.

Das Ergebnis: Quarantäne ist eine wichtige Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie. Da sie alleine aber nicht ausreicht, sind zudem weitere Maßnahmen (Schulschließungen, mehr Handhygiene usw.) nötig.

Weniger Sinn scheint hingegen eine individuelle Quarantäne nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet zu haben. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass viele Studien auf dem aktuellen und noch sehr lückenhaften Wissen über das Coronavirus basieren.

„Die aktuelle Evidenz zu Quarantänemaßnahmen hat sicher nicht die Aussagekraft, die wir uns wünschen würden“, schreibt Erstautorin des Rapid Reviews, Barbara Nussbaumer-Streit, auf wissenwaswirkt.org.

Dennoch scheinen die aktuellen Quarantänemaßnahmen sinnvoll. Weil Quarantäne mit anderen Maßnahmen günstig zu sein scheint und weil es logisch sei, dass Infizierte den Kontakt zu Nichtinfizierten meiden sollten.