Gegen die Angst vorm Fünfer. Kurz vor dem Notenschluss zum Semesterende gehen viele Schüler im Land mit Angst nachhause. Ein schlechtes Zeugnis sei aber kein „Weltuntergang“, heißt es bei Rat auf Draht. Ein paar Tipps für Familien, wenn die Noten mal nicht so passen:

Von Teresa Sturm. Erstellt am 29. Januar 2019 (16:01)
Symbolbild
Von PETER CLOSE, Shutterstock.com

Bei der österreichischen Notrufhilfe „Rat auf Draht“ (147) ist rund um die Zeugnisverteilung einiges los. Viele verunsicherte Schüler melden sich. „Einige trauen sich mit einem schlechten Zeugnis nicht nach Hause und haben Angst vor den möglichen negativen Konsequenzen oder Strafen“, sagt Birgit Satke, Leiterin von Rat auf Draht.

„Rat auf Draht“ klärt daher auf, was man tun kann, um dem Kind die Angst zu nehmen und es zu unterstützen.

  • Erholung: Das Schuljahr ist auch anstrengend, wenn man mit einem schlechteren Zeugnis abschließt. Die Ferien sollten daher nicht durchgelernt werden. Der Schüler braucht auch ein wenig Erholung.
  • Hilfe suchen: Eine große Hilfe für Kinder ist es auf jeden Fall, wenn man den Grund kennt, warum die Noten schlecht sind. Das kann am Stoff, am Verständnis, an Konzentrationsproblemen, aber auch an der Zeiteinteilung liegen. Ein realistischer Zeitplan, wann für welches Fach gelernt wird, kann Verbesserungen schaffen. Eventuell können bei gewissen Gebieten Familienmitglieder oder Nachhilfelehrer unterstützen.
  • Kein Abweisen: Dem Schüler zu zeigen, dass man enttäuscht oder wütend über das Zeugnis ist, wird wenig verbessern. Es ist wichtig, dem Kind zu zeigen, dass man es liebt, egal welche Noten es bekommt.
  • Motivation durch Positives: Sobald das Kind das Gefühl bekommt, dass es nichts kann, sinkt die Motivation nur noch mehr. Die guten Leistungen, die der Schüler erbracht hat, sollten daher besonders hervorgehoben werden. Das stärkt das Selbstbewusstsein.
  • Strafen helfen nicht: Das Kind unter Hausarrest zu stellen, bis sich die Noten verbessern hilft gar nichts. Die Freizeitaktivitäten, wo das Kind seine Talente beweisen kann, sind wichtig und stärken den Schüler.
  • Zeugnis sagt nicht alles aus: Die Noten im Zeugnis sagen nichts über die Intelligenz des Kindes aus, sondern geben den Stand des Stoffwissens in einem Schulfach wieder. Wenn man Schülern erklärt, wo ihre Fähigkeiten und Begabungen liegen, die man in den Noten nicht erkennen kann, hilft das enorm.
  • Zeugnis bestimmt die Zukunft? Lauter Einser in der Schule bedeuten nicht, dass man später Erfolg im Job hat. Genauso wenig heißt ein schlechtes Zeugnis, dass man später im Beruf nicht glücklich und erfolgreich sein kann. Oft schon war der schlechteste Schüler beim Klassentreffen der erfolgreiche Unternehmer.
  • Klassenwiederholung als Chance? Wenn die Nachprüfung danebengeht und der Schüler die Klasse wiederholen muss, scheint zuerst die Welt unterzugehen. Doch diesen Fall kann man auch als Chance wahrnehmen. Wer den Stoff schon einmal gehört hat, tut sich leichter und findet so vielleicht besser in sein richtiges Tempo hinein.

Wenn es aufgrund des schlechten Semesterzeugnisses trotzdem zu Schwierigkeiten kommt oder die Situation eskaliert, Rat auf Draht ist auch in den Ferien unter 147 rund um die Uhr aus ganz Österreich erreichbar! Der Anruf kostet nichts und ist anonym.
Rat auf Draht ist Österreichs wichtigster Notruf für Kinder und Jugendliche. Er wird von SOS-Kinderdorf vorwiegend über Spenden finanziert.