Die Puppenmacherin aus Haag. Auf der Suche nach einer regional und fair produzierten Puppe für ihre Tochter fand Katharina Prinz vor vielen Jahren nichts Ideales. Also wurde die Haagerin selbst tätig. Mittlerweile näht sie im Nebenberuf Stoffpuppen nach Waldorfart und hat dabei viele Abnehmer.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 26. Juni 2019 (01:33)
Sabine Hummer
Katharina Prinz näht Puppen nach Waldorfart. Auf ihrer Website www.prinzpuppen.at kann man sich verschiedene Exemplare ansehen. Das Spielzeug ist nachhaltig und fair produziert. Das ist der Haagerin besonders wichtig.

Ein angedeutetes Lächeln, eine gestreifte Hose und eine kleine Spange im wirren Haar. In die selbst gemachten Puppen von Katharina Prinz verliebt sich der Großteil der Kundschaft schnell – Kinder wie Erwachsene. „Jede Puppe hat eine andere Mimik und ist ein Unikat. Das ist das Schöne“, sagt Prinz, die in Stadt Haag, Bezirk Amstetten, mit ihrer Familie lebt.

Die Kinder von ihr sind mittlerweile fünf und acht Jahre alt. Als ihre Tochter noch kleiner war, habe Prinz eine Puppe für sie gesucht, die nachhaltig, fair und regional produziert worden ist. Doch die Suche gestaltete sich schwierig. „Ich habe gerne Kinderkleidung genäht und bin im Internet auf Waldorfpuppen gestoßen.“

Auch Freundinnen wollten Puppen

Die Idee habe ihr so gut gefallen, dass sie begonnen hat, selbst Puppen zu nähen. Dann experimentierte sie mit den Proportionen herum, bis sie mit dem Endergebnis zufrieden war. Die Puppe für die Tochter war fertig, aber die Arbeit für Prinz hat damit erst begonnen: „Dann haben Freundinnen gefragt, ob ich für sie welche mache.“ Prinz meldete ihr eigenes Gewerbe an und durch Mundpropaganda gab es immer mehr Interessierte.

Für die Puppen achtet sie beim Kauf auf nachhaltig, regional und fair produzierte Materialien in kbA-Qualität (kontrolliert biologischer Anbau) und kbT-Qualität (kontrolliert biologische Tierhaltung). Die Puppen macht sie nach Waldorfart, das bedeutet, dass sie sich an der Lehre der Waldorfpädagogik orientiert.

"Puppen halten der Liebe der Kinder stand"

Die Mimik ist sehr reduziert, heißt es auf der Homepage von Prinz. Augen, Nase und Mund seien lediglich angedeutet. Da die Mimik eher neutral ist, soll das Kind leichter seine eigenen Gefühle auf das Spielzeug projizieren und es spielerisch verarbeiten können, erklärt die Puppenmacherin.

Wie wichtig vernünftige Inhaltsstoffe der Puppen sind, sehe man, wenn man selbst Kinder hat, findet Prinz: „Die nehmen das in den Mund, reißen unsanft an den Armen und Beinen. Und ich habe das Produkt so entwickelt, dass es der Liebe der Kinder wirklich standhält.“ Da sei es auch schön, wenn die Eltern Jahre später kommen und erzählen, wie sehr das Kind die Puppe ins Herz geschlossen habe.

„Dreidimensionale Abbilder von Kindern“

Prinz ist in Stadt Haag aufgewachsen, hat Physiotherapie studiert und ist in dem Bereich auch hauptberuflich tätig. Das Nähen sei vor allem die ideale Arbeit gewesen, als die Kinder noch kleiner waren: „Es war einfach, sich das einzuteilen.“ Heute bezeichnet Prinz die Handarbeit als tollen Ausgleich. Das Nähen habe sich Prinz selbst beigebracht.

„Mich hat der menschliche Körper immer voll fasziniert.“ Daher begeistert es sie auch, kleine „dreidimensionale Abbilder von Kindern“ zu schaffen. Acht Stunden dauert es, eine Puppe zu nähen. Auf einen Adventmarkt im Jahr arbeitet sie hin, damit sie genügend Produkte hat. „Ich mache keine Werbung und trotzdem kommen Leute“, freut sie sich über die Mundpropaganda. Ihrem ursprünglichen Beruf als Physiotherapeutin geht sie nun wieder vermehrt nach: „Ich arbeite einfach gerne mit Menschen.“

Das Schönste am Herstellen der Puppen sei für Prinz das Tüfteln: „Und auch das Analysieren. Dass man eine gewisse Vorstellung vom Produkt hat und die Ideen heranreifen lässt.“ Wenn es noch Schwachstellen gibt, versucht sie, diese zu verbessern, und freue sich, wenn sie ein richtig gutes Produkt fertigstellt. „Und was natürlich schön ist, ist, wenn die Rechnung aufgeht und das Kind die Puppe in die Hand nimmt und ins Herz schließt.“