Schaden Eltern mit technologischer Überwachung ihren Kindern?

Erstellt am 07. Oktober 2022 | 11:47
Lesezeit: 3 Min
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Symbolbild
Foto: Maximilian100, Shutterstock.com
Alle Eltern wollen ihren Nachwuchs so gut wie möglich vor Gefahren schützen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an modernen Technologien, die Eltern nutzen können, um ihre Kinder immer am Radar zu haben. Schaden Eltern mit GPS-Tracker, Überwachungsapps und Co. ihren Kindern? Stimmt ab!
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PRO: Vera Praschek-Jäger, Psychologin und Fachberaterin Angebotsbereich Tagesmütter & Bildung beim Hilfswerk Niederösterreich

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Vera Praschek-Jäger
Foto: privat

Die Basis der Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern bildet sich in den ersten, sehr prägenden Lebensjahren heraus. Die Bindung, die dadurch entsteht wird essentiell durch das Vertrauen des Kleinkindes in seine Bezugspersonen geprägt.

Darauf aufbauend können Eltern ihren flügge werdenden Kindern später auch Vertrauen entgegenbringen, wenn sie allein außer Haus gehen. Ein Stück unüberwachte Freiheit stärkt nicht nur die Selbstständigkeit, sondern ist auch wichtig für den Entwicklungsprozess.

Überwachungssysteme sind eine tolle Erfindung für Wertgegenstände – im Prinzip gaukeln sie aber auch nur scheinbare Sicherheit vor (leerer Akku, Internetausfall, verlorene Geräte etc). Sie schaden per se keinem Kind, aber möglicherweise der vertrauensvollen Beziehung, die wir mit unseren Kindern gemeinsam und lebendig gestalten können.

KONTRA: Walter Fikisz, Medienpädagoge an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PHNÖ)

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Walter Fikisz
Foto: privat

Es ist verständlich, wenn Mütter und Väter ihre Gewissheit stärken wollen, dass ihr Kind in Sicherheit ist. GPS-Tracker und Überwachungsapps können dazu beitragen. Natürlich stärkt diese Form der Überwachung das Vertrauen zwischen Eltern und Kind wohl nicht per se. Wichtig ist es daher, mit dem Kind vorab zu besprechen, welche Informationen die installierte App an die Mutter oder den Vater übermittelt. Und: Das Kind muss zu dieser Form der Überwachung klar zustimmen.

Besonders bei jüngeren Kindern kann die App-Überwachung für das Kind selbst Sicherheit vermitteln und das Vertrauen zu den Eltern sogar stärken. Mit voranschreitendem Alter können die Eltern dann ja nach Absprache mit dem Kind – bei hochwertigen Apps – einzelne Funktionen Schritt für Schritt ausschalten und damit die Eigenverantwortung des Kindes erweitern.

Pro & Kontra: Überwachung

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