Schön und bedroht. 2.363 Falter und 77 Arten – und doch sind die Sechsfüßer mit den prächtigen Flügeln auch in NÖ stark gefährdet.

Erstellt am 26. September 2017 (02:50)
Blühendes Österreich
Der Häufigste: Das Große Ochsenauge wurde bei Österreichs erster Schmetterlingszählung diesen Sommer am öftesten gesichtet – und das auch in Niederösterreichs zahlreichen (Schmetterlings-)Gärten.

Ochsenauge, Kaisermantel, Segelfalter, Admiral und Schornsteinfeger – sie haben nicht nur die schönsten Namen, sondern auch die prächtigsten Flügel im Insektenreich. Und doch: Bereits die Hälfte aller heimischen Schmetterlingsarten steht wie viele andere Insekten auch auf der Roten Liste der gefährdeten oder sogar vom Aussterben bedrohten Tierarten.

Dabei ist gerade Niederösterreich noch eines der artenreichsten Bundesländer. Das hat auch die erste österreichweite Schmetterlingszählung bestätigt, zu der die Privatstiftung Blühendes Österreich und die Umweltorganisation Global 2000 diesen Sommer aufgerufen haben. 77 Arten haben so genannte Citizen Scientists, also in etwa: „Bürger-Wissenschaftler“, zwischen Mitte Juli und Anfang August in Niederösterreich gesichtet.

In ganz Österreich waren es 112 verschiedene Tagfalterarten – darunter auch ganz seltene und höchst gefährdete wie die Berghexe, der Thymian-Bläuling oder der Violette Feuerfalter. „Gesichtet“, „gezählt“ und auch gleich bestimmt wurde ganz digital per App, in der Schmetterlingsforscher zuvor 140 der häufigsten Falterarten hinterlegt hatten.

In NÖ wurden aber auch die meisten Falter gesichtet, nämlich 2.362 (von 12.005 österreichweit). Mit den Daten will man in Zukunft nicht nur die Verbreitungskarten aktualisieren und den Naturschutz intensivieren. Sondern auch weitere Untersuchungen durchführen. Nächster Starttermin: 12. Juli 2018. www.schmetterlingsapp.at