Erstellt am 06. März 2018, 00:58

von NÖN Redaktion

Franz Kerschbaum: Weißt du, wie viel Sternlein stehen?. Franz Kerschbaum, Institut für Astrophysik der Universität Wien.

Franz Kerschbaum

Ein Blick hinauf zum sternfunkelnden Firmament lässt uns bereits erahnen, welch unermesslich große Zahl an Sternen das Universum füllt. Mit freiem Auge sind an dunklen Orten mehrere Tausend Sterne auszumachen – in der Großstadt vielleicht nur ein paar hundert. Ein einfaches Fernglas zeigt bereits hunderttausend, ein Hobbyfernrohr Millionen Sterne.

Doch wie viele sind es insgesamt? Unsere unmittelbare Heimat im Universum, die Milchstraße, zählt etwa 400 Milliarden Sterne, größere und kleinere als unser eigener Durchschnittsstern, die Sonne. Schon das ist eine schwer vorstellbare Zahl. Mit gleich vielen Weizenkörnern, also 400 Milliarden, könnte man ein Fußballfeld knapp zwei Meter hoch bedecken. Die Torquerstange in 2,4 Metern Höhe würde also nur knapp herausschauen. Dies ist aber bei Weitem nicht alles. Unsere Milchstraße ist auch nichts wirklich Besonderes.

Etwa 100 Milliarden, mit unserer Milchstraße vergleichbare Galaxien erfüllen das für uns sichtbare Universum. Also müssen wir nun diese beiden riesigen Zahlen noch miteinander multiplizieren: 400 Milliarden mal 100 Milliarden ergibt 40 Trilliarden, eine 4 mit 22 Nullen … Um sich diese Zahl vorstellen zu können, genügt ein Fußballfeld natürlich nicht mehr.

Da muss schon die ganze Erde herhalten. Ihre Oberfläche wäre mit gleichvielen Weizenkörnern ebenso gut zwei Meter hoch bedeckt. Die Antwort auf die Frage im Kinderlied „Weißt du, wie viel Sternlein stehen?“ ist also: „Mindestens 40 Trilliarden Sterne erleuchten zurzeit unser Universum!“.