In manchen Regionen regnet es mehr, wieso?. Alexander Orlik, Fachabteilung Klima, ZAMG – Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik

Erstellt am 21. August 2018 (00:22)
zVg
Alexander Orlik

Voraussetzung für Niederschlag ist genügend Wasserdampf in der Atmosphäre, aus dem sich Wolken bilden können. Zur Kondensation kommt es vorwiegend dadurch, dass sich die Luftmasse abkühlt oder die Luftfeuchtigkeit zunimmt. Das passiert im Allgemeinen durch den Transport von Luftmassen. Vor allem die Hebungsprozesse innerhalb der Atmosphäre tragen zur Abkühlung und damit zur Niederschlagsbildung bei.

Denn durch die Hebung wird eine zuerst relative warme Luftmasse in höhere und damit kältere Bereiche transportiert. Beim Abkühlen entstehen, wenn die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist, Wolken. Zur Hebung steuern vor allem drei Prozesse bei: Aufgleiten von warmen Luftmassen auf kältere (z. B. in Warmfronten), Konvektion (z. B. intensive Sonneneinstrahlung-Sommergewitter, Kaltfronten) und erzwungene Hebung (z. B. Gebirgsüberströmung). Diese Prozesse können auch in Kombination auftreten.

Gebirge, wie die Alpen, sind hier richtiggehende Niederschlagsfänger. Vor allem am Alpennordrand werden die atlantischen und mit Feuchtigkeit angereicherten Luftmassen zum Aufsteigen gezwungen und regnen oder schneien dort ab. Auf der südlichen Seite sinkt die Luft wieder ab, erwärmt sich dabei und es trocknet ab. Die Folge davon ist, dass hier im Mittel weniger Niederschlag fällt. Dort, wo der ozeanische Einfluss größer ist, wie z. B. in Vorarlberg, sind die Niederschlagsmengen höher. Die niederschlagsärmsten Regionen Österreichs sind im Osten zu finden, wo Gebirgszüge fehlen, es relativ flach ist und der kontinentale Einfluss zunimmt.