War Einsteins Gehirn anders?. Johannes Passecker aus Waidhofen an der Ybbs ist kognitiver Neurowissenschaftler an der Medizinischen Universität Wien und Blogger.

Erstellt am 27. Februar 2018 (01:33)
Johannes Passecker
zVg

Albert gilt als Allzeitgenie und viele Mediziner und Wissenschaftler haben sich dieselbe Frage gestellt. Dank dem kanadischen Arzt Thomas Harvey wurde Einsteins Gehirn nach seinem Tode im Jahr 1955 konserviert. Unzählige Studien hoben viele Eigenschaften seines 1.230-Gramm-Gehirns (damit kleiner als der Durchschnitt) hervor.

Die meisten Ergebnisse sind schlüssig, wenn auch oft die Methodik und Analyse veraltet sind. Seine Liebe zur Musik, zur Mathematik, seine Motorik (er spielte als Rechtshänder die Violine mit der linken Hand), sein soziales Engagement und sein Interesse an vielen gesellschaftlichen Fragen u. v. m. haben wohl stark zu einer verstärkten Vernetzung seiner Gehirnhälften, einer erhöhten Neuronendichte im Präfrontalen Cortex sowie einer Vergrößerung des Parietalen Cortex beigetragen.

Jedes unserer Gehirne ist einzigartig und ist die Summe vieler Faktoren und verändert sich laufend aufgrund unserer Lebensweise. Es gibt kein Erfolgsrezept – aber dank dieser einzigartigen Flexibilität des Gehirns ist man selbst dafür verantwortlich, was man aus seinem Gehirn macht.