Was ist eine Greenbox?. Rosa von Suess ist Stv. Leiterin des Studiengangs Medientechnik an der Fachhochschule St. Pölten.

Erstellt am 27. November 2018 (02:45)
Rosa von Suess
Rita Newman

Die Green-Box bzw. Green-Screen-Technik ermöglicht es uns, Personen oder Gegenstände, die vor einer Monochrom grün eingefärbter Umgebung aufgenommen worden sind, nachträglich oder live in eine andere Umgebung einzufügen. Dabei wird zunächst die grüne Umgebung als durchsichtig definiert, um dann dort Aufnahmen von anderen Orten oder von computergenerierten Bildern einfügen zu können.

Die so entstehenden synthetischen Bilder sind ein fixer Bestandteil in der heutigen Film- und Fernsehproduktion geworden. Alle der 50 international erfolgreichsten Filme wendeten diese Freistellungstechnologie an, um visuelle Effekte zu produzieren.

Um beispielsweise in Game of Thrones den in 3-D erstellten Drachen durch einen von der Abendsonne gefärbten Himmel über eine reale Stadt fliegen zu sehen, waren am Set mehrere großflächige aufblasbare Green-Screen-Elemente im Einsatz. Es muss also nicht immer eine Green-Box sein.

Ohne bauliche Beschränkungen können so digitale Umgebungen mit den Figuren und dem bestehenden Set vorschmolzen werden: Raumstationen, Schlachtfelder, historische Straßenzüge.

In Berlin wurde die historische Fassade des Reichstags mit Hilfe eines für europäische Verhältnisse sehr großen, vielleicht größten Green-Screen aufgebaut: 90 Meter lang und 8 Meter hoch. Die Fassade nachzubauen wäre lt. Ufa viel zu kostenintensiv und aufwendig gewesen.

Die Wissenschaft beschäftigt sich mit Alternativen zu den aktuell verwendeten Keying (Freistellungs-)-Arten (HLS Keying, Color Difference Keying und 3D Keying), die für das Green-Screen-Verfahren angewendet werden. So wird mit Hilfe von infrarotem Licht, Wärmemessung oder polarisiertem Licht versucht, noch zusätzliche Messwerte zu erfassen, um das Keying noch schneller, besser und einfacher zu gestalten.

Ein neuer Ansatz ist die Verwendung von plenoptischen Kameras, auch Lichtfeldkameras genannt. Hierbei können riesige 3D-Bilder von einer Umgebung erstellt werden, innerhalb derer sich die Objekte und Darsteller einfach platzieren lassen.