Depression & Co.: Menschen kämpfen mit Vorurteile. Menschen mit psychischen Erkrankungen kämpfen immer noch mit sehr vielen Vorurteilen.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 29. August 2017 (00:30)
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Menschen mit psychischen Erkrankungen leiden zusätzlich unter Beschimpfungen durch andere.

„Es wird getuschelt, manche Leute werden beschimpft … das höre ich immer wieder in den Selbsthilfegruppen“, erzählt Johann Bauer, Obmann des HSSG Landesverband NÖ (Hilfe zur Selbsthilfe für seelische Gesundheit). Noch immer haben viele Menschen ein falsches Bild von psychisch erkrankten Menschen, sagt er. Ein Bild, das zu Vorurteilen und Beschimpfungen führen kann.

Alle werden in einen Topf geworfen. Wenn etwas passiert, wird es gleich auf eine psychische Erkrankung geschoben. Jeder Mensch, so sagt er, kann eine Krise haben, egal ob psychisch gesund oder psychisch krank. Deshalb muss nicht gleich etwas passieren.

„Da gibt es noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten“, so Bauer. Wie zum Beispiel, dass psychische Erkrankungen gut therapierbar sind. Insbesondere wenn sie früh erkannt werden. Bauer fordert daher Psychotherapie auf Krankenschein. Für alle. Nicht nur für ein bestimmtes Kontingent, auch wenn dieses immer wieder erhöht wird. Was Depression wirklich bedeutet, können Menschen etwa bei Vorträgen von Bündnis gegen Depression erfahren.

Übrigens Hinweise auf eine Depression können unter anderem eine gedrückte, depressive Stimmung, Interesse- und Freudlosigkeit, verminderter Antrieb usw. sein. Dann sollte man zum Arzt, rät Bauer. Selbsthilfegruppen hält er übrigens für Betroffene für besonders wichtig. „Den Erfahrungsaustausch gibt es sonst nirgends. Das kann kein Arzt, kein Krankenhaus.“ Und: „Viele akzeptieren ihre psychische Erkrankung erst durch die Selbsthilfegruppe.“

www.buendnis-depression.at

www.hssg.at