Meinungsumfrage: 60 Prozent sind für freien Sonntag. Die „Sonntagsallianz“ präsentierte zum 20-jährigen Bestehen eine Umfrage.

Von Gina Christof. Erstellt am 02. März 2021 (08:33)
Die österreichische Allianz für den freien Sonntag will einen planbaren Tag für Erholung und Freizeit freihalten.
Johann Wagner

Vor 1.700 Jahren, am 3. März 321 nach Christus, hat Kaiser Konstantin per Edikt den Sonntag zum wöchentlichen Ruhetag gemacht.

Bischof Alois Schwarz: „Der freie Sonntag ist ein Tag der Heilung.“
Marschik

„Unser Zugang als Christen ist hier ganz klar, wir sagen, Mensch, du darfst leben, dich an der Schöpfung freuen und aufatmen. Der freie Sonntag ist ein Tag der Heilung, der Heiligung, ein Tag der Beziehungen, ein Tag, an dem wir es unserem Gott nicht vergessen, dass das Leben letztlich die Oberhand behält“, erklärt Diözesanbischof Alois Schwarz im Rahmen einer Online-Pressekonferenz der österreichischen Allianz für den freien Sonntag. Seit 20 Jahren kämpft die Vereinigung für den Erhalt des letzten gemeinsamen freien Tages für möglichst viele Menschen in Österreich.

Anlässlich dieses Jubiläums wurde auch eine Meinungsumfrage zur Bedeutung des arbeitsfreien Sonntags in der Gesellschaft präsentiert. Diese zeichnet ein deutliches Bild: Von den 1.000 Personen zwischen 16 und 69 Jahren, die im Jänner 2021 befragt wurden, sprachen sich 60 Prozent für den freien Sonntag aus.

Pandemie sorgt für Unsicherheit und angespannte Finanzlage

Abgefragt wurden auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Erfahrungen im Homeoffice. Auffallend war hier, dass die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit im Homeoffice zunehmend schwerer fällt – besonders Frauen und Alleinerziehende sind stark betroffen.

Dazu komme die generelle Unsicherheit wegen der Pandemie sowie eine angespannte Finanzlage. Gerade deshalb sei es umso wichtiger, den Sonntag als planbaren Tag für Erholung und Treffen mit Familie und Freunden freizuhalten, heißt es seitens der Sonntagsallianz.

„Unser Appell ist daher weiterhin ganz deutlich: Wir brauchen klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Der Sonntag ist für uns eine solche Grenze“, meinte Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl dazu.

Geist: Es geht um die "Würde des Menschen"

Für Matthias Geist, Superintendent der evangelischen Kirche Wien, steht vor allem die Würde des Menschen im Mittelpunkt: „Die Sonntagsfrage ist keine parteipolitische Wahlfrage, sondern eine nach der Würde des Menschen in Arbeitswelten.“

Die Sonntagsallianz mit ihren über 50 Mitgliedsorganisationen kämpft für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags. In ihr sind kirchliche, gewerkschaftliche und zivile Organisationen vertreten. Seit 2019 gibt es auch eine Online-Petition, die bereits von rund 1.000 Menschen unterzeichnet wurde. Diese ist abrufbar unter www.freiersonntag.at/unterstuetze-uns/