Sozialmärkte suchen Helfer für die Krisen-Zeit. NEOS-Landessprecherin Indra Collini warnt vor Personalengpass in "soogut"-Märkten. Einige Standorte mussten bereits schließen. Unterstützung wird dringend gesucht.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 24. März 2020 (09:17)
Karl Stadler

Die Zusammenarbeit mit den Handelsketten und regionalen Betrieben funktioniert weiter, heißt es in einem Info-Schreiben der "soogut"-Märkte. Somit können in Not geratene Menschen auch in der Krise mit günstigen Lebensmitteln versorgt werden. Dennoch stehen die Sozialmärkte vor einem großen Problem. Drei Standorte sowie die mobilen Verkaufsstellen mussten bereits schließen. Grund dafür ist Personalmangel.

 „Viele der freiwilligen Mitarbeiter gehören altersbedingt zur Risikogruppe und bleiben deshalb zuhause. Das bedeutet allerdings auch, dass derzeit viele helfende Hände fehlen. Aus diesem Grund haben die Verkaufsstellen in St. Valentin und Waidhofen an der Ybbs sowie die mobilen Verkaufsstellen im Mostviertel bereits schließen müssen“, bedauert Collini. Bis 28. März vorläufig eingestellt wurde der mobile Verkauf mit den Haltestellen in Loosdorf, Melk, Mank und Petzenkirchen sowie der Betrieb in den Verkaufsstellen in
St. Valentin
und Waidhofen an der Ybbs. Die "soogut"-Märkte in Amstetten, Heidenreichstein (mit der Verkaufsstelle Horn), Mödling, St. Pölten, Stockerau, Ternitz und Tulln sind hingegen weiterhin geöffnet.

Damit bedürftige Menschen weiterhin einkaufen gehen können, ruft Collini Menschen abseits der Risikogruppe dazu auf, sich in den Sozialmärkten zu melden. Gesucht würden Personen, die regelmäßig Waren abholen, sortieren, im Markt aktiv sind oder in der Küche aushelfen.

"Jeder, der uns unterstützt, ist herzlich willkommen"

Einen Appell an die Bevölkerung richtet auch Wolfgang Brillmann, Geschäftsführer der "soogut"-Märkte: „In dieser besonderen Situation ist uns jeder Mensch willkommen, der uns unterstützt, da es gerade jetzt wichtig ist, für unsere  Kunden da zu sein." 

Er betont, dass die wenigen Grundregeln zur Vermeidung einer Infektion – von der Desinfektion der Hände bis hin zum notwendigen Sicherheitsabstand – selbstverständlich auch in den Markträumlichkeiten eingehalten würden. Hier würden die Mitarbeiter unter schwierigen Umständen viel Disziplin beweisen. „Mein besonderer Dank gilt dem gesamten Personal, das tagtäglich die Regale schlichtet und mit seinem Einsatz den Einkauf in unseren soogut-Sozialmärkten ermöglicht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten wirklich großartige Arbeit", betont Brillmann.

 

"Gesellschaftlicher Zusammenhalt zeigt sich in Krisenzeiten"

Auch die Situation der Versorgung mit Lebensmitteln müsse man genau im Auge behalten. Noch gäbe es hierbei kein Problem - trotz der Hamsterkäufe in den Supermärkten. „Dennoch gilt es auch hier, genau hinzuschauen und die Situation über die nächsten Tage und Wochen zu beobachten. Viele arme und armutsgefährdete Menschen können hier selbstbestimmt einkaufen und ihre Not lindern. Damit das auch weiterhin möglich ist, braucht es uns alle. Wie gut unser gesellschaftlicher Zusammenhalt funktioniert, zeigt sich in Krisenzeiten am Umgang mit jenen, die am wenigsten haben“, so Collini.