SPÖ-Spitze ist schon geimpft. Auch Nikolaus Scherak (NEOS) hat Corona-Impfung über Rettungsorganisation bekommen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 16. Februar 2021 (09:06)
Wurden als hochrangige ASBÖ-Funktionäre geimpft: Reinhard Hundsmüller und Franz Schnabl.
SPÖ NÖ

„Ich würde mich auch heute nur dann wieder impfen lassen, wenn Impfstoff übrig ist, der sonst verfallen würde“, sagt Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl (SPÖ). Kurz nachdem hunderte Über-80-Jährige um die raren ersten Impf-Termine kämpften, war in einem „Krone-Bericht“ bekannt geworden, dass der Sozialdemokrat bereits die Spritze gegen Corona erhalten hat. Damit hat die Impfvordrängler-Debatte, die sich zuerst um Bürgermeister drehte, nun auch die Landesregierung erreicht.

Franz Schnabl, der nicht nur Politiker, sondern auch Präsident des Samariterbundes ist, erklärte, dass er seine Dosis am 14. Jänner bekommen hat. „Ich wurde verständigt, dass Impfstoff übrig ist, der sonst verfallen würde, und wurde beim Samariterbund geimpft.“ Zu ihm gesellt sich Partei- und ASBÖ-Kollege Reinhard Hundsmüller. Zudem hat NEOS-Nationalratsabgeordneter Nikolaus Scherak mit erst 34 Jahren die Spritze bereits bekommen.

In der Bevölkerung ist die Aufregung darüber vielerorts groß. Schließlich fallen Politiker – und auch hier nur jene in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierung – erst in Priorität vier. Momentan sind, aufgrund des extremen Impfstoff-Mangels, jedoch gerade einmal die Angehörigen der Prioritäten eins und zwei an der Reihe.

Nikolaus Scherak (34) wurde als Sanitäter bereits gegen Corona geimpft.
Archiv/ NÖN

Die Erklärung der bereits Geimpften zieht sich aber durch: Sie hätten die Spritze nicht in ihrer Funktion als Politiker, sondern als bereits für die Impfung vorgesehene Angehörige von Rettungsdiensten bekommen. Nikolaus Scherak ist beim Wiener Roten Kreuz als Sanitäter tätig. Franz Schnabl ist Präsident des Samariterbundes, Reinhard Hundsmüller dessen Bundesgeschäftsführer. „Ich bin dafür verantwortlich, dass 11.000 Mitarbeiter im Rettungs-, Pflege- und Sozialdienst ihre Arbeit vor Ort machen können und rund 900 Menschen, die sich in unseren Pflegeheimen befinden, ordentlich versorgt werden“, erklärt Hundsmüller auf NÖN-Nachfrage. Es sei „hoffentlich verständlich“, dass es unerlässlich sei, dass auch jene geimpft werden, die darauf achten müssen, dass die Mitarbeiter vor Ort ihre Arbeit verrichten können. "Es wurde sowohl von der Bundes- als auch von der Landesregierung mehrfach betont, dass dies auch für die Bereiche im Gesundheits- und Rettungswesen gilt, denn fällt der Kopf weg, kippt das ganze System", meint Hundsmüller. 

FPÖ-Waldhäusl will sich impfen lassen

Die einzigen Landes-Politiker, die sich auch bei Rettungsorganisationen oder in Altersheimen engagieren, sind die drei nicht. Aus diesem Grund dürfte sich auch der politische Aufschrei über die vorgezogenen Impfungen bei den anderen Parteien in Grenzen halten. Während die FPÖ Schnabls Rücktritt forderte, blieb es sonst ruhig.

Was die Mitglieder der Landesregierung betrifft, beteuern aber alle, noch nicht geimpft zu sein und sich an die Impfreihenfolge zu halten. Aus dem Büro von SPÖ-Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig heißt es, dass sie wartet, bis sie mit der allgemeinen Bevölkerung an der Reihe ist. ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner schließt Impfungen für die türkise Regierungsseite aus. Er betonte: „Von den ÖVP-Landesregierungsmitgliedern weiß ich mit Sicherheit, dass sie noch nicht geimpft sind.“

Dass er „selbstverständlich noch nicht“ immunisiert ist, sagt auch FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl, dessen Partei den Corona-Maßnahmen bekanntlich skeptisch gegenübersteht. Impfen lassen will sich der Waldviertler aber dennoch: „Mein Beruf erfordert ständigen Kontakt zu den Niederösterreichern, generell will ich auch künftig am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Daher wird eine Impfung wohl unausweichlich sein.“

Grüne und NEOS erklären, dass aus ihren Landesparteien noch niemand die Spritze bekommen hat.