„Joker“ und „Clown" aus "Es" sind beliebteste Kostüme. In Niederösterreich verkleiden sich Partyfans schon lange nicht mehr nur zu Fasching. Auch an Halloween spuken viele als Geister, Hexen oder Horrorfiguren aus Film und Fernsehen.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 30. Oktober 2019 (14:57)
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Sich als Clown Pennywise aus dem Film "Es" zu verkleiden, ist in diesem Jahr besonders beliebt.

Im Herbst kommt der Kürbis auch in Österreich nicht mehr nur in die Suppe und den Ofen, sondern wird zu Halloween, eine Nacht vor Allerheiligen, für Dekoration verwendet. Um in Gruselstimmung zu kommen, darf aber bei Partys und Events am 31. Oktober auch die richtige Verkleidung nicht fehlen.

Beliebt sind Film-Figuren

Hört man sich bei Kostümverleiherinnen in Niederösterreich um, wird schnell klar, welche Verkleidungen heuer hervorstechen werden. Etwa „der neue Joker“, sagt Manuela Plank, die einen Kostümverleih in Pfaffstätten, Bezirk Baden, betreibt. Immer, wenn es neue gruselige Filme geben würde, seien die Hauptfiguren als Kostüm beliebt. Teufel, Hexen und Kürbisse seien aber nach wie vor gefragt.

Christine Schönauer betreibt einen Kostümverleih in Gänserndorf. Sie bestätigt, dass das Jokerkostüm aus dem neuen Film „Joker“ mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle oft nachgefragt wurde. „Und der Clown von „Es“!“

Auch Carla Dögl, Kostümverleiherin in Traiskirchen, antwortet auf die Frage nach den Kostümtrends sofort: „Der Joker und der Killerclown! Einmal in Rot und einmal in Silber … aber Hexen und Zauberer werden genauso verlangt.“

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Figuren, die einen schaudern lassen: Joaquin Phoenix als "Joker".

Die Kunden würden ihr auf Fotos zeigen, welche Kostüme sie sich vorstellen und Dögl näht diese dann selber. „Das Neue, das man jetzt im Fernsehen sieht, das gibt es nur bei mir.“

Amazon der "Tod"?

Obwohl sich so manche Kostümverleiherin an Halloween über extra Umsatz freuen kann, werden solche Geschäfte immer weniger aufgesucht. Die Nachfrage an Fasching gehe ebenso zurück, beklagt Martina Schleritzko von „Martinas Kostümverleih“ in Heidenreichstein, Bezirk Gmünd: „Es ist bei uns da heroben wirklich nicht mehr im Trend.“
„Amazon“ kostet auch Plank Kundschaft: „Aber die Spezialkostüme, die man nicht kriegt, kommen sie sich schon ausborgen."

„Das ist unser Tod“, spricht Schönauer dramatischer über Amazon. Momentan gäbe es bei den Kinderkostümen einen Abverkauf, weil sich der Verleih davon nicht mehr auszahle. „Ich mache es das 30. Jahr, aber vielleicht ist es heuer das letzte. Die Leute sitzen vorm Computer und sehen ein Kostüm, das nur 30 Euro kostet. Dann sehen sie, dass das nur ein Rockerl ist und bestellen noch mehr. Das ist ihnen nicht zu viel, aber die Qualität ist natürlich ganz eine andere“, kritisiert Schönauer.

Kostümverleiherin manchmal nur "Notnagel"

Bei Dögl würde Kundschaft nicht nur zu Halloween und Fasching kommen. Sie kleidet Leute für Geburtstagsfeiern, Playback-Shows, Schulveranstaltungen und Maturafeste ein. „Ich habe das ganze Jahr zu tun und das ist gut so.“ Sie ärgert sich weniger über Amazon als über Kundschaft, die erst dann zu ihr ins Geschäft geht, wenn die Bestellung aus dem Internet nicht rechtzeigt ankommt. „Dann bin ich nur so ein Notnagel. Wenn sie gleich zu mir gekommen wären, hätten sie es pünktlich.“

Wer noch auf der Suche nach einem Kostüm ist, muss übrigens nicht allzu tief in die Tasche greifen: Komplette Outfits und Verkleidungen gibt es bei den meisten Verleihern schon ab 30 Euro. Persönliche Betreuung inklusive.