Erstellt am 10. Januar 2017, 01:36

von Christine Haiderer

Vernetzt arbeiten & forschen gegen Krebs. Die breite Auseinandersetzung mit dem Thema Krebs in NÖ bringt Patienten und Ärzten Vorteile.

Martin Pecherstorfer, Leiter der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 2 am Uniklinikum Krems, zufolge, erhöht eine Vernetzung der Experten das Niveau der Betreuung der Patienten.  |  GESUND&LEBEN/Gerald Lechner

In Niederösterreich arbeiten Krebsexperten unterschiedlicher Disziplinen eng zusammen. Vernetzt sind sie dabei unter anderem durch das Onkologie Informationssystem (OIS), das auch Thema beim 6. NÖ Onkologietag im Herbst in St. Pölten war.

OIS bietet den beteiligten Ärzten mehr notwendige Informationen. NÖ-Onkologietag-Initiator Martin Pecherstorfer: „Durch dieses System ist nicht nur ein einfacher Daten- beziehungsweise Informationsaustausch zwischen den behandelnden Abteilungen, sondern erstmals auch eine exakte Statistik aller Krebsdiagnosen möglich.“ Damit ist Niederösterreich Vorreiter.

Mehr Infos & Daten für Planungen

Gestartet wurde die Einführung von OIS 2014. Ende 2018 werden alle Kliniken in NÖ vernetzt sein, erläutert der Leiter der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 2 am Universitätsklinikum Krems. „Wir sind dann in der Lage, festzustellen, wie viele Krebserkrankungen auftreten und welche.“ Analysen für die Planung der zukünftigen Onkologie in Niederösterreich sind so möglich. In wenigen Minuten kann etwa berechnet werden, wie viel die Einführung eines Medikamentes kosten würde …

Apropos Medikamente: Die enge Zusammenarbeit, der Austausch von Spezialisten verschiedener Fächer, der auch durch den NÖ Onkologietag gefördert wird, Weiterbildungen und Forschungen machen Niederösterreich interessant für neue Medikamente. „Wir haben dadurch die Möglichkeit, die neuesten Medikamente den Patienten zur Verfügung zu stellen.“ Noch bevor sie regulär zur Verfügung stehen.

Geforscht und gelehrt wird in Niederösterreich übrigens unter anderem an der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems. Wovon auch die Unikliniken St. Pölten, Krems und Tulln profitieren. Für Ärzte sind sie attraktive Arbeitsplätze.

Mehr rund um Krebs erfahren

Ein aktuelles wissenschaftliches Projekt, „Metabolic Profiling“, beschäftigt sich damit, inwieweit sich Fettstoffwechselveränderungen bei Menschen mit Tumorkachexie und bei Menschen mit Metabolischem Syndrom ähneln oder unterscheiden.

Beim metabolischem Syndrom (Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Insulin-Resistenz und pathologische Blutfettwerte) kommt es durch eine chronische Entzündung im Fettgewebe auch zu Veränderungen in den Fettzellen.

Bei der Tumorkachexie wiederum, die infolge einer Krebserkrankung auftreten kann, kommt es zur Gewichtsabnahme. Doch auch hier finden ähnliche Veränderungen statt.

Diese will man sich im Rahmen des Projektes näher ansehen. „Wir können tief in diesen Fettbereich hineinschauen“, erläutert die wissenschaftliche Mitarbeiterin und Studienkoordinatorin Elisabeth Zwickl-Traxler. Mithilfe von massenspektrometrischen Analyse-Methoden werden dabei Lipide genauer untersucht.

Für das Projekt werden für eine einmalige Blutuntersuchung noch Männer gesucht, die zwischen 55 und 75 Jahren sind und sich fit und gesund fühlen.