Hans-Ströbitzer-Preis für engagierte Jung-Journalisten. Verena Gleitsmann (ORF) und Markus Glück (NÖN) ausgezeichnet.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 20. Oktober 2020 (18:22)

In Erinnerung an den 2017 verstorbenen langjährigen NÖN-Chefredakteur Hans Ströbitzer schrieb der Pressverein in der Diözese St. Pölten erstmals den Hans-Ströbitzer-Preis aus. Der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Preis soll besonders engagierte Jung-Journalisten vor den Vorhang holen.

Ströbitzers Zugang und Persönlichkeit geben für diesen Preis die Richtung vor, wie Pressvereins-Obfrau Gudula Walterskirchen erklärt: „Ein Journalismus aus einem christlichen Weltbild heraus, kritisch, aber mit Respekt und stets auf die Würde des Menschen bedacht, nachhaltig wirksam, verantwortungsvoll und letztlich immer konstruktiv.“

Eine prominent besetzte Jury kürte aus den zahlreichen Nominierungen die drei Preisträger: Platz eins geht an Verena Gleitsmann vom ORF. Die 33-Jährige, die in Gießhübl (Bezirk Mödling) wohnt, ist seit 2010 für den ORF tätig – gegenwärtig als Auslandskorrespondentin in Berlin.

Hans Ströbitzer-Preisverleihung 2020
Gleiß

Die Jury begründete den ersten Preis von Gleitsmann damit, dass sie „durch ihre Kompetenz, ihre ausgewogene und menschlich respektvolle Berichterstattung überzeugte und trotz ihrer internationalen Berichterstattung nie ihr Heimatbundesland aus den Augen verloren hat.“

Dritter Preis für NÖN in diesem Jahr

Platz zwei geht an Markus Glück (33), Redaktionsleiter der NÖN Melk. Walterskirchen würdigt ihn als Journalisten, der „immer den Menschen im Blick hat, sich als Anwalt der Bürger versteht und gleichzeitig die nötige Standhaftigkeit hat, die einen Lokaljournalisten besonders fordert.“

Glück habe seine Standhaftigkeit unter anderem mit der Berichterstattung über die Schließung eines Logistikzentrums bewiesen und sich dabei auch durch die Macht eines Lebensmittelkonzerns nicht von seinem Weg abbringen lassen. Für die NÖN ist das schon der dritte Preis in diesem Jahr: Bereits zuvor wurden Andrea Stoiser von der NÖN Neulengbach vom Branchenmagazin „Der Journalist“ zur „NÖ-Journalistin des Jahres“ gekürt und Philipp Grabner von der NÖN Neunkirchen zu einem der 30 besten Jung-Journalisten Österreichs.

Platz drei holte sich der freie Journalist Daniel Seper (34) aus Ziersdorf. Der Theologe ist freier Mitarbeiter von „Miteinander“, der Zeitschrift des Canisius-Werkes. Die vom Kuratorium für Journalistenausbildung gesponserten Förderpreise gingen an drei Nachwuchstalente des St. Pöltner Magazins „MfG“: Thomas Winkelmüller (22), Johannes Mayerhofer (29) und Sascha Harold (29).

Hugo Portisch (93) erhielt den Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Seine große Karriere startete er 1947 in St. Pölten.
ORF/Ramsdorfer

Eine besondere Auszeichnung gab es für die St. Pöltner Journalisten-Legende Hugo Portisch: Der 93-Jährige, der bei der damals vom Pressverein herausgegebenen St. Pöltner Zeitung seine ersten journalistischen Gehversuche unternahm, später Mitbegründer des „Kurier“ und Aushängeschild des ORF war, wurde mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.