Leben mit der Zeit. Wie Zeit erlebt wird? Darüber diskutierte man beim Symposium der Arge NÖ Heime in St. Pölten.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 26. Oktober 2016 (05:08)
NOEN, NÖN
Beim Symposium in St. Pölten: Severin Nagelhofer, Arge-Obmann Dietmar Stockinger, Landesrätin Barbara Schwarz und die Symposiumsorganisatorin Christine Wondrak-Dreitler.

Manchmal kann ein Tag sehr lange sein, ein anderer wieder viel zu kurz. „Wir können die Zeit messen, und doch ist sie subjektiv so unterschiedlich“, so Severin Nagelhofer von der Abteilung Landeskrankenanstalten und Landesheime, Land NÖ. Und: „Man hat das Gefühl, mit zunehmendem Alter vergeht die Zeit immer schneller“, glaubt Dietmar Stockinger, Obmann der Arge NÖ Heime. „Bei jungen Menschen streckt sich die Zeit“, erläutert Peter Heintel, Professor für Philosophie und Gruppendynamik. „Sie erleben immer wieder was Neues.“ Jedoch: „Im Alter kennt man schon viel. Das verkürzt sie.“

Die Zeit scheint oft viel zu knapp zu sein. „Wir neigen dazu, nicht Zeit zu haben“, so Landesrätin Barbara Schwarz. „Aber hin und wieder kann man sich ein wenig Auszeit nehmen“ und Menschen, die einem wichtig sind, Zeit geben.

Wie Zeit erlebt wird, hat aber auch damit zu tun, wie viel Aktivitäten man setzt. Lenkt man sich ab, das kann auch eine Flucht vor wesentlichen Auseinandersetzungen sein, ist sie schneller dahin. Selbst wird man im Alter übrigens meist langsamer. Bewegungen werden langsamer, das Sprechen wird langsamer, die Pausen zwischen den Sätzen länger …

„Man ist auch nachdenklicher.“ Wenn hören, sehen usw. eingeschränkt sind, dann „wird man aufs Innere verwiesen. Und man geht auch mehr in die Erinnerung“. Wobei: Langsamkeit kann auch ein Hinweis auf das Frailty-Syndrom sein. Typisch für diese Gebrechlichkeit sind zudem Gewichtsverlust, Antriebslosigkeit, geringe Aktivität, Schwäche, … Das Problem: „Fraile Menschen sind hoch gefährdet für negative Ereignisse“, so die Geriaterin Regina Roller-Wirnsberger. Wie Stürze und so weiter. Das wiederum bedeutet für den Betroffenen selbst weniger Lebensqualität und für seine Umgebung mehr Pflegeaufwand.