Erstellt am 03. Januar 2017, 01:49

von Thomas Jorda

Weltkulturerbe römischer Limes. Ein deutliches Zeichen des Kulturerbes: Kastell Asturis bei Zwentendorf wird in den Umrissen sichtbar.

Ein Modell des Kastells Asturis im Heimatmuseum von Zwentendorf. Asturis war Teil der Festungskette des römischen Donaulimes und ist eines der am besten erforschten Limeskastelle.  |  Erich Marschik

Mit den Germanen standen die Römer auf keinem guten Fuß. Weil die ungehobelten Burschen im Norden Europas aber nur schwer zu besiegen waren, griffen die Römer zu einer List, und sie bauten quer über den Kontinent eine gesicherte Grenze, Limes genannt. Der begann in England und reichte bis in die heutige Türkei.

Die bekanntesten Limites sind der Limes in Deutschland, mit 550 Kilometer das längste Bodendenkmal Europas, und der Hadrianswall in England. Beide sind längst Weltkulturerbe.

Das soll jetzt auch der österreichische Limes werden, der in Niederösterreich von Albing im Westen bis Carnuntum im Osten führt. Die Stellung als Weltkulturerbe dient zur höheren Ehre der Wissenschaft – und dem Tourismus. Denn die Limites lassen sich bestens per Rad erkunden, was anderswo bereits im großen Ausmaß geschieht.

2018 könnte es so weit sein; und Landeshauptmann Erwin Pröll sagt dazu: „Der Donauraum ist über Jahrhunderte ein Schnittpunkt bedeutender Entwicklungen. Nicht zuletzt aufgrund unserer historischen Verantwortung unterstützen wir das Limes-Projekt. Immerhin befinden sich entlang der Donau in Niederösterreich sehr wertvolle archäologische Stätten, wie in Carnuntum, Tulln, Traismauer, Mautern, Pöchlarn oder in Wallsee.“

An einem besonderen Projekt im Rahmen des Weltkulturerbes arbeitet der Landschaftsgestalter Max Ludwigstorff. Am Rande Zwentendorfs lag einst das wichtige und bestens erforschte Limes-Kastell Asturis; man kennt die Lage und Ausmaße vieler Gebäude. Statt sie, wie in Carnuntum, neu aufzubauen, werden ihre Flächen und Umrisse mit Sträuchern und antiken Getreidesorten nachgebaut. Alte Sichtachsen werden geöffnet. Der Blick aufs Atomkraftwerk wird freigelegt.