Unterirdische Abenteuer. Ober der Erde thronen Wälder und Hügel und unterhalb: Seen, Grotten, Höhlen.

Von Carina Rambauske. Erstellt am 14. August 2018 (02:00)
Magisch beleuchtet: die 1,20 Meter tiefe Seegrotte Hinterbrühl – der größte unterirdische See Europas.
Rambauske

Hügelige Waldrücken aus Sandstein im Westen, schroffe Kalkfelsen im Osten. Dazwischen: dichte Laub- und Kiefernwälder, sanfte Wiesen und Felder.

Nicht nur oberhalb, sondern auch unterhalb der Erde hat der Wienerwald, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Europas, Spannendes zu bieten. „In einen Berg hineinzu gehen ist immer wieder ein faszinierendes Erlebnis! Unter der Erde betrete ich eine Welt der Stille und Dunkelheit. Man glaubt sich in eine andere Zeit, in ein anderes Universum versetzt“, schildert Thomas Rambauske, „Land der Berge“-Chefredakteur, der in seinem Buch „45 Wienerwald-Abenteuer“ stille, schrille und skurrile Naturerlebnisse erfasst.

Darunter auch die Allander Tropfsteinhöhle, die Einödhöhlen im Pfaffstättner Kogel oder die Seegrotte Hinterbrühl. Sieben Quellen speisen den 6.200 Quadratmeter großen See, der schon als Schauplatz für Szenen des Films „Die drei Musketiere“ mit Charlie Sheen und Kiefer Sutherland diente.

Dass es dieses unterirdische Erlebnis überhaupt gibt, ist auf einen Unfall im Jahr 1912 zurückzuführen, als bei Sprengarbeiten im damaligen Gipsbergwerk Hinterbrühl unabsichtlich mehr als 20 Millionen Liter Wasser mit Wucht in die Gänge und Stollen strömten.

Stirnlampen auf, lautet die Devise bei anderen Untergrund-Erkundungen des Kalenderbergs: In der „Räuberhöhle“ sollen im 19. Jahrhundert Banditen gehaust haben. Im Tschapperl-Anninger, in der Fledermaus- oder Einödhöhle, kann man als Höhlenforscher versteckte Nischen, Grotten und Winkel entdecken. Fledermäuse gibt es hier nicht, dafür die größte erhaltene jungtertiäre Brandungshöhle am Westrand des Wiener Beckens.

Eines der Abenteuer vor der Haustür – „man muss“, so Rambauske, „nur hingehen“.