Ferienstart in Niederösterreich, Wien und im Burgenland. Ferien! Die 196.199 niederösterreichischen Schüler bekommen heute ihre Zeugnisse. Das Corona-Schuljahr ist damit Geschichte.

Von APA, Redaktion und Lisa Röhrer. Update am 03. Juli 2020 (08:58)
Im Osten Österreichs starten die Sommerferien
APA (dpa)

Gebracht hat es Herausforderungen, die sich im September noch niemand hätte vorstellen können: Gelernt wurde wochenlang zuhause über Online-Plattformen. Nach den Schulschließungen am 16. März durften die letzten Kinder und Jugendlichen erst Anfang Juni wieder in die Klassen zurück – und auch da nur im „Schichtbetrieb“.

Die Politik stellt den Schulen für die Umsetzung der Corona-Maßnahmen ein positives Zeugnis aus: „Es war eine Riesen-Herausforderung, aber es ist sehr gut verlaufen“, resümiert Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP). Und die Zahlen zeigen, dass das Virus weitgehend von den Bildungsstätten ferngehalten werden konnte: Infektionen gab es nur an zehn Standorten. 26 Lehrer wurden positiv getestet, 24 Schüler.

Durch das wochenlange Zuhause-Lernen haben viele Eltern außerdem gemerkt, wie wichtig die Unterstützung von Lehrern ist. Der Beruf habe dadurch einen Image-Schub erfahren, freut sich Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. Deutlich gemacht hat das vielen auch, dass der Unterricht in der Schule und die persönliche Interaktion viele Vorteile bringt. „Ich sehne die Zeit herbei, in der wir wieder real unterrichten können“, sagt Bildungsdirektor Johann Heuras, der im Herbst auf einen Schulanfang ohne Schichtbetrieb und ausgedünnte Klassen hofft.

Schulen starten im Herbst mit Normalbetrieb und neuen Tests

Im Herbst sollen die Schulen grundsätzlich im Normalbetrieb starten - wenn es die Corona-Infektionslage zulasse. Das betonte erneut Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Donnerstag im Unterrichtsausschuss des Nationalrats. Bei Verdachtsfällen soll an Schulen mittels der neuen Gurgelwasser-Methode getestet werden.

Im Ministerium diskutiere man mit Experten derzeit diverse Szenarien. Am realistischsten sei derzeit jenes mit lokalen Corona-Ausbrüchen, so Faßmann. Die Gurgelwasser-Methode wird derzeit etwa in Wien an Schulen erprobt.

Vorteil: Während die Entnahme eines Nasen-Rachen-Abstriches für den PCR-Test zum Nachweis des Virus mittels Wattestäbchen über die Nase vor allem für Kinder unangenehm ist, muss mit der neuen Methode nur rund eine Minute gegurgelt werden. Proben mehrerer Schüler werden zu sogenannten Pools zusammengefasst. Die einzelnen Proben werden nur dann durchanalysiert, wenn der zusammengefasste Test positiv ausfällt.

Quarantäne für betroffene Klassen

Auf begrenzte Infektionsfälle soll dann (wie schon jetzt) mit einer Quarantäne für die betroffene Klasse reagiert werden, bei mehreren betroffenen Klassen eventuell für die ganze Schule usw., hatte Faßmann zuletzt wiederholt betont. Im Notfall werde es wieder einen Schichtbetrieb oder Distance Learning geben, meinte er im Ausschuss.

Faßmann äußerte sich Donnerstagabend kritisch über die großflächigen Schulschließungen in einigen oberösterreichischen Bezirken nach Ausbruch von Corona-Clustern. Er will "im Herbst differenzierter vorgehen" und zuerst nur Klassen und einzelne Schulen schließen. Er halte so große Schulschließungen mit 90.000 Schülern für nicht opportun, sagte Faßmann in der "ZiB2". Ab Freitag sind in Oberösterreich 287 Schulen, 154 Krabbelstuben, 266 Kindergärten sowie 108 Horte mit 81.000 Schülerinnen und Schülern, 21.200 Kindern in Kindergärten und Krippen sowie 9.600 Hortkindern in fünf Bezirken geschlossen.

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