Wie Niederösterreich Betreuung sieht?. In NÖ wird laut einer Befragung so viel Kleinkindbetreuung genutzt wie sie erwünscht ist. Zufrieden ist man mit der Nachmittagsbetreuung. Auch die Pflege der Älteren ist ein Thema in Familien.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 17. Januar 2020 (12:44)
Auch eine Podiumsdiskussion befasste sich mit dem Zukunftsmonitor. Mit dabei: Familien-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Barbara Trettler (Geschäftsführerin NÖ Familienland GmbH), Politikwissenschaftler Peter Filzmaier, Unternehmensberaterin Christine Marek, Doris Maurer (Geschäftsführerin des Vereins „Waldviertler Kernland“), Gerhard Heilig (Leiter der Pflegehotline), AHS-Lehrerin Martha Löffler und Moderator Thomas Birgfellner.
David Schreiber

„Wunsch und Wirklichkeit passen weitgehend zusammen.“ Das gilt, so Peter Filzmaier, für die Betreuung der Kleinsten. Wie der Zukunftsmonitor NÖ im Auftrag der Nö Familienland GmbH zeigt.

Die Langzeitstudie des Institutes für Strategieanalysen greift immer wieder Familien-Themen auf. Dieses Mal drehte sich alles um die Betreuung und Pflege von Kindern und Älteren. Ein Ergebnis war, dass drei Viertel der Befragten meint, dass Kinder bis drei Jahre von den Eltern zuhause betreut werden sollen. Und das passiert auch, bei über 81 Prozent. Bei manchen ist es aber nicht möglich.

Anders sieht es bei Über-Dreijährigen aus. 70 Prozent wollen eine Betreuung in einer Kinderkrippe oder im Kindergarten. Und: Bei 69 Prozent ist das auch der Fall. Befragt wurden auch Eltern, deren Kinder schon älter sind. In dieser Gruppe wurden früher nur 49 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen außerhalb der Familie betreut. Hier war, so Filzmaier, die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit also größer.

Wohnortnähe ist wichtig

Geschätzt werden bei den Betreuungsangeboten in NÖ vor allem die Nähe zum Wohnort und die Verfügbarkeit der Plätze. Wichtig sind aber auch die Kosten und die Auswahlmöglichkeiten an verschiedenen Angeboten. 2018/2019 gab es laut Statistik Austria 1.509 institutionelle Kinderbetreuungseinrichtungen. Laufend kommen aber neue Gruppen hinzu. „Erstmals wurde die 400er-Marke bei den Kleinkindbetreuungsgruppen überschritten, wodurch niederösterreichweit nun rund 6.000 Betreuungsplätze für Kleinkinder zur Verfügung stehen“, betont Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

Gefragt wurde auch nach der Nachmittagsbetreuung. Das Ergebnis: „Vier Fünftel sind zufrieden mit der Nachmittagsbetreuung“, so Filzmaier.

Hausarzt: auch Ansprechpartner bei Pflege

Neben der Jugend ging es aber auch um Pflege und Betreuung im Alter. 59 Prozent der Befragten haben sich schon einmal Gedanken über die Pflege gemacht. Auch wenn nur etwa ein Drittel Angehörige hat, die Pflege benötigen. An wen man sich mit Fragen zum Thema Pflege wendet? Vor allem an den Hausarzt, NÖ Pflege- und Betreuungszentren und die Familie. Aber auch Freunde, Bekannte, die Gemeinde werden als Ansprechpartner genutzt – und die Pflegehotline des Landes NÖ. „Die Pflege-Hotline des Landes Niederösterreich schafft es hier nur auf Platz sechs, was uns zugegebener Maßen sehr überrascht, denn mit Ende Juni 2019 zählte sie seit ihrem Beginn im Jahr 2006 bereits rund 153.000 Beratungen“, betont Landesrätin Teschl-Hofmeister.

Finanzierung der Pflege

Der Ansicht, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, rechtzeitig vorzusorgen, um sich die Pflege leisten zu können, stimmen nur 43 Prozent der Befragten zu. 86 Prozent sind der Ansicht, dass Pflege eine Aufgabe des Staates ist. 83 Prozent glauben, dass Pflege in Österreich nur funktioniert, weil Familien und Freunde zusammenhalten. Übrigens werden in Niederösterreich 63 Prozent zuhause gepflegt. Und: Zwei Drittel machen sich Sorgen darüber, ob sie sich ihre Pflege einmal leisten können.

"Für 2020 haben wir das Budget um 26 Millionen erhöht. Insgesamt werden wir also 589 Millionen Euro in Pflege- und Betreuungszentren, in soziale und sozialmedizinische Dienste und in die 24-Stunden-Betreuung investieren", so Teschl-Hofmeister. "In Zukunft wird es zudem im Pflegebereich ein gesamtheitliches Konzept mit dem Bund und allen Ländern brauchen, bei dem wir uns als Land Niederösterreich mit unseren Erfahrungen intensiv einbringen werden.“