Tradition der Hergottswinkel. In christlichen Haushalten findet sich oft ein gemeinsamer Ort des Glaubens.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 29. Juli 2020 (05:10)
Für die Familie Schlöglhofer aus Aschbach ist der Stubentisch mit dem Herrgottswinkel der zentrale Aufenthaltsort im Haus.
Hermann Dorninger

Er ist oft der zentrale Ort im Haus: Der Herrgottswinkel ist in christlichen Häusern ungefähr seit dem 16. Jahrhundert in Europa verbreitet. Maßgeblich geprägt hat den Begriff der steirische Schriftsteller Peter Rosegger (1843 – 1918). In vielen Haushalten war und ist der Herrgottswinkel der selbstverständliche Mittelpunkt der Familien.

Herrgottswinkel sind oft individuell gestaltet und geben preis, was den Familien besonders wichtig ist. So ist es auch bei Familie Schlöglhofer aus Aschbach. Hier kommen alle zusammen, um zu essen, zu feiern und zu beten.

In strengen Wintern waren die Bauernhöfe früher nicht selten eingeschneit, sodass der Weg zur Kirche unmöglich war. Daher hielt man die Andacht als würdigen Ersatz zu Hause unter dem Herrgottswinkel ab. Dieser ist seit jeher in katholischen Häusern integriert und noch in vielen Wohnstuben zu finden.