60 Jahre für Takt und Ton. Junge Töne und neue Pläne zum diesjährigen 60. Geburtstag von Niederösterreichs Musikschulwesen.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 12. Dezember 2017 (02:27)
W. Simlinger
„Echt nett!“: Das Eröffnungsständchen zum 60. Geburtstag von NÖs Musikschulwesen im St. Pöltner Landtagssaal stammte von „Federspiel“-Posaunist Matthias Werner (2. v. l.) – gespielt von einem zwölfköpfigen Brass-Ensemble.

Begonnen hat alles nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit Blaskapellen und Gasthauskonzerten, mit einer Arbeitsgemeinschaft und einer Musizierwoche.

Und: mit den „heiligen drei Königen“. Die waren Musik(schul)lehrer, in Baden, in Neunkirchen, in St. Pölten. Und die machten 1957 aus dem damaligen Referat eine Arbeitsgemeinschaft für NÖs Musikschulen und aus einem Ein-Personen-Betrieb eine Kommission. 33 Jahre später hatte das Land sein erstes Musikschulgesetz, ein Jahr später sein Musikschulwerk und noch einmal neun Jahre später sein Musikschulmanagement.

Da waren aus den 20 Musikschulen von Amstetten bis Zwettl anno 1957 schon 181 (darunter allerdings auch viele ganz kleine) geworden. Und 2017, zum 60-Jahr-Jubiläum, das man vergangene Woche mit einem ganz jungen und ganz musikalischen Geburtstagsfest mit Ständchen von Cello bis Brass und von Landler bis Pop feierte, sind es 127. Die kleinste mit 180 (wie in Neuhofen an der Ybbs), die größte mit 1.900 Schülern (wie in St. Pölten). Und das Musikschulwesen ist das größte in ganz Österreich.

"Musik öffnet die Seele"

Die „Zukunftswerkstätten für das kulturelle Leben im Land“ sind das, so Erwin Pröll, ein „starkes Netzwerk“ ist das, so Johanna Mikl-Leitner, mit „heute unglaublicher Qualität“.

Damit die „Erfolgsgeschichte“ aber auch eine bleibt, will man weiter investieren. In eine „landesweite Orchesterlandschaft“ (schon heute hat NÖ als einziges Bundesland drei Landesorchester), in mehr Kooperation, in mehr Digitalisierung und in mehr „Kunstschulen“ (von denen derzeit vier Pilotprojekte laufen).

Denn: „Musik öffnet die Seelen und die Herzen. Das wächst aber nicht am Baum. Dazu muss man etwas tun!“, so Dorli Draxler.