Wolfgang Huber über Krippen, Kunst und Kirche. Direktor Wolfgang Huber über seine elf Jahre im St. Pöltner Diözesanmuseum.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 03. Dezember 2019 (02:00)
Am Eingang zur Stiftsbibliothek mit ihren prächtigen Troger-Fresken: Wolfgang Huber.
Fleck

„Ich wäre noch länger geblieben. Denn: Es ist noch so viel zu tun.“ Sagt Wolfgang Huber. Und geht doch noch heuer in Pension.

Elf Jahre war der gebürtige Klosterneuburger und promovierte Kunsthistoriker Direktor von St. Pöltens Diözesanmuseum gewesen. Und hatte im 1888 gegründeten und ersten derartigen Museum Österreichs eine Reihe von außergewöhnlichen Schauen gezeigt. Die erste, „SantYpoelten“ 2008, war noch von seinem Vorgänger, Johannes Kronbichler, konzipiert worden. Die letzte, „Passio“, lief bis Juli.

Dazwischen stellte Wolfgang Huber zwischen der ehemaligen Stiftsbibliothek und dem früheren Klosterkreuzgang Prandtauer, Maulbertsch und Troger aus und kuratierte eine der strahlendsten Ausstellungen im Jubiläumsjahr von Martin Johann „Kremser“ Schmidt.

"Die Depotfrage ist noch offen"

„Bei der zeitgenössischen Kunst gibt’s schon noch Aufholbedarf“, meint Huber. Was ihm wichtig war: der Bezug zum Pastoralen und zum Regionalen. Daher habe er auch sechs Krippenausstellungen gemacht. „Früher war ja nur von Mai bis Oktober offen.“

Auch um die 422 Pfarren der Diözese hat sich Wolfgang Huber, der zuvor in der Denkmalpflege tätig war, in seiner zweiten Funktion („ich war ja auch Konservator“) bemüht. Gut „80 Prozent“ der dortigen Kulturschätze hat er mit seinem Team inventarisiert. Und einen Großteil der Museumsbestände digitalisiert. Was noch offen ist? „Die Depotfrage, denn wir platzen aus allen Nähten!“

„Eine Ausstellung“ hätte der heuer 65-Jährige gerne noch gemacht – über den Daniel-Gran-Schüler Thomas Friedrich Gedon. Und: den neuen Eingang eröffnet, am Domplatz 1.