Allgemeinmediziner entlasten Spitalsambulanzen. Rückenwind für die Bestrebungen der österreichischen Gesundheitsreform, die Primärversorgung der Patienten außerhalb der Spitäler zu stärken

Erstellt am 31. Januar 2014 (10:15)

:Eine im Auftrag des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger vom Institut für Höhere Studien (IHS) durchgeführte Untersuchung zeigt, dass Kassen-Allgemeinmediziner die Spitalsambulanzen signifikant entlasten.Seit langem wird darüber diskutiert, wie man in Österreich die häufig überfrequentierten Spitalsambulanzen wieder auf das notwendige Maß bringen könnte. Am IHS in Wien hat ein Autorenteam (IHS HealthEcon) unter Thomas Czypionka die "Interdependenzen in der ambulanten medizinischen Versorgung in Österreich" analysiert.

Die Hauptfrage der Wissenschafter: Wie beeinflusst die extramurale Versorgung (Vertrags- und Wahlarztbereich) die Patientenfrequenzen in den Ambulanzen der Krankenhäuser?

Das IHS-Team analysierte deshalb mit Daten des Jahres 2010 mit einem statistischen Modell die Inanspruchnahme in den Spitalsambulanzen auf Versorgungsregions- und Bezirksebene.

Für die Versorgungswirksamkeit mit Vertrags-Allgemeinmedizinern, Vertrags-Fachärzten, Wahl-Allgemeinmedizinern und Wahl-Fachärzten wurden u.a. die ambulante Versorgungseinheit (AVE) als Maßzahl verwendet. Sie stellt in einer Region dar, wie hoch die jeweilige Versorgungsdichte ist.

Dem wurden für die jeweilige Region die Frequenzen in den Spitalsambulanzen gegenübergestellt. Czypionka: "Wir haben im Vergleich zu ähnlichen früheren Untersuchungen auch Faktoren wie die Einkommenssituation, Größe der jeweiligen Region etc. in unserer mehrdimensionalen Analyse herausgerechnet."

Signifikanter Zusammenhang zwischen Primärversorgung und Spitalsfrequenzen 

Die Ergebnisse dürften die Bestrebungen der österreichischen Gesundheitsreform, die medizinische Versorgung außerhalb der Spitäler (inklusive der Ambulanzen) auszubauen, untermauern. Czypionka: "Wir haben objektiv einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Primärversorgung und den Spitalsfrequenzen nachweisen können. Es wird sicherlich so sein, dass eine gute Primärversorgung die Inanspruchnahme von Krankenhausambulanzen reduziert. Daher ist es auch gut, wenn die derzeitige Gesundheitsreform das zu ihrem Ziel macht."