Filmdreh: Hunde & Menschen in "Nobadi". Der Hinterbrühler Karl Markovics dreht für seinen neuen Kinofilm „Nobadi“ auch in seiner Heimat Szenen.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 01. Mai 2018 (01:21)
Franz Gleiß
Regisseur Karl Markovics (links) dreht gerne an Orten, die im bekannt sind. So wurde auch die Tierarztpraxis in Hinterbrühl für zwei Tage zum Drehort, in der auch die Haustiere von Karl Markovics behandelt werden.
In der gedrehten Szene bringt Heinz Trixner (rechts) den verletzten Borhanulddin Hassan Zader dorthin.

Ein 91-jähriger Mann kommt zu seiner Tierärztin — nicht mit einem verletzten Hund, sondern einem illegalen Flüchtling, der am Fuß verletzt ist. Diese Szene wurde gerade in einer Tierarztpraxis in Hinterbrühl, Bezirk Mödling, abgedreht. Regisseur und Autor dahinter: der Hinterbrühler Karl Markovics.

Im Film „Nobadi“ verkörpert Heinz Trixner den 91-Jährigen, der zu Beginn Hilfe dabei braucht, seinen toten Hund zu vergraben. Dafür bezahlt er einen Afghanen, gespielt von Borhanulddin Hassan Zader, der 2012 tatsächlich als Flüchtling ins Land kam.

„Wer hat denn ein Sicherheits problem – die Flüchtlinge oder wir?“ Regisseur und Drehbuchautor Karl Markovics

Schon 2015 schreibt Markovics die Geschichte nieder – in nur etwa sechs Wochen. Inspiriert hat ihn der ehemalige sozialdemokratische Innenminister Hans Peter Doskozil, als er die Sicherheitskonferenz der Westbalkanstaaten einberief, um das „Sicherheitsproblem“ zu besprechen. Markovics: „Wer hat denn tatsächlich ein Sicherheitsproblem – die Flüchtlinge oder wir?“

Die Locations, die Markovics in seinen Büchern beschreibt, will er genauso im Film sehen. Daher kennt er die meisten seiner Drehorte. So wird bei seiner eigenen Tierärztin in der Praxis gefilmt oder in einem Baumarkt in Niederösterreich.

In „Nobadi“ gehe es um große Menschheitsthemen anhand einer scheinbar banalen Geschichte: „Eigentlich wie in all meinen Filmen bisher“, so Markovics. Sein Kinostarttermin ist davon abhängig, ob es „Nobadi“ in den Wettbewerb der Filmfestivals in Berlin, Cannes oder Venedig schafft: „Eines der drei wäre mir recht!“