Augen, Nase, Mund. Faces.! / Mitten ins Gesicht schaut die große Fühjahrsausstellung im Museum Gugging – der Kunst und den Künstlern.

Erstellt am 24. März 2013 (13:52)
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Spannende Gesichter: Mathias Braschler & Monika Fischer, Gugginger Künstler Günther Schützenhöfer, 2013. Braschler/Fischer
Von Michaela Fleck

Sie sind weiß und schwarz, grob und zart, jung und alt, sie kommen aus Gefängnis und Ghetto, aus dem Fußballstadion und dem Künstlerhaus, aus New York, Guantanamo – und, natürlich, aus Gugging. Dort, im Museumshaus über dem Campus, sind am Mittwoch die Gesichter eingezogen.

„faces.!“ hat Kurator Johann Feilacher seine Frühjahrsschau betitelt. Die bespielt den ganzen ersten Stock. Und schaut nicht nur der Kunst mitten ins Gesicht. Sondern auch den Künstlern. Vor 18 Jahren standen die, die Gugginger Künstler nämlich, das erste Mal vor der Kamera von Mathias Braschler. Unter Schirmen, zwischen Kühen, vor dem Dom oder im Fauteuil hat der Schweizer Fotograf Heinrich Reisenbauer, Franz Kamlander, Oswald Tschirtner oder Franz Kernbeis da abgelichtet. Und ist heuer nach Gugging zurückgekehrt. Zu sechs neuen Bilder. Und sechs neuen (alten) Gesichtern.

Denen gegenüber stehen am anderen Ende der Schau jene „faces“, die Mathias Braschler und Monika Fischer (er fotografiert, sie inszeniert) aus aller Welt mitgebracht haben.

Fensterputzer und Baumwollpflücker, Bikinigirls und Boulespieler, Fußballstars und Haftentlassene, kreideweiß, kohlenschwarz, ironisch, aggressiv, alle aber groß, stark, unmittelbar.

Ganz unmittelbar sind auch die Gesichter, die die Gugginger selbst gemalt haben. Dick und rund und rosa (von Heinrich Reisenbauer), lang und dünn und komisch (von Oswald Tschirtner), cool und männlich (von Johann Garber), klug und technisch (von Rudolf Horacek), knallbunt und weiblich (von August Walla). Und ganz jung, ganz zart und doch ganz grausam sind die altmeisterlichen Mädchengesichter der Italienerin Adria Sartore. Bis 6. Oktober, www.gugging.at