Aus Freude am Spielen. Niederösterreichs ältestes Kammermusikfest öffnet dieses Wochenende zum 39. Mal seine Pforten – mit neuen Ideen, neuen Gästen und einem neuen Konzertmeister.

Erstellt am 01. August 2017 (01:46)
Nancy Horowitz
Spielte schon vor 38 Jahren beim ersten Kammermusikfestival im Waldviertel Geige. Und ist ab heuer künstlerischer Leiter: Vahid Khadem-Missagh.

Lampenfieber hat er keines. Aber „ein bisschen positive Anspannung“ sei schon da. Dabei steht Vahid Khadem-Missagh diesen Freitag längst nicht zum ersten Mal auf der Bühne. Aber zum ersten Mal in der ersten Reihe.

Denn der 42-Jährige, der mit vier zum ersten Mal in Horn gegeigt hat, eröffnet am 4. August sein erstes eigenes Festival. Und macht dort weiter, wo sein Vater, Festival-Gründer und ebenfalls Geiger Bijan Khadem-Missagh, im Vorjahr nach 38 Jahren aufgehört hat: bei der Freude.

„Die steckt ja schon im Namen“, sagt Vahid Khadem-Missagh. Und hat in seiner ersten Saison weder am Namen noch an den Grundlagen von Allegro Vivo viel geändert. Dafür zum „Guten“ etwas „Neues hinzugefügt“.

So bespielt das sechswöchige Festival nicht nur das ganze Waldviertel von Altenburg bis Zwettl in insgesamt 54 Konzerten. Es öffnet heuer erstmals auch „Open Spaces“. „Das ist etwas ganz Neues“, meint Vahid Khadem-Missagh. „Wir wollen die Musik an Orte bringen, wo die Menschen sind.“ Gespielt wird dabei viermal in sechs Wochen auf öffentlichen Plätzen in der „Festivalstadt“ Horn. Und dort soll auch der rote Teppich liegen, den der neue Festivalleiter nicht nur für die „Open Spaces“, sondern auch für seine „fantastischen Musiker“ ausrollen will. Denn: „Da wird ein Flügel dann durch die ganze Stadt geschoben!“

Auf der Gästeliste finden sich als neue Namen unter anderem der dänische Cellist Troels Svane, der unter Festivalgründer Bijan Khadem-Missagh beim traditionellen Galakonzert im Hof des Horner Kunsthauses spielen wird. Oder die schwedische Sopranistin Malin Hartelius, die unter Vahid Khadem-Missagh bei den Abschlusskonzerten am 15., 16. und 17. September singen wird.

Der neue Festivalleiter steht dagegen auch schon bei der Eröffnung am 4., 5. und 6. August im Gmünder Palmenhaus und in der Altenburger Stiftsbibliothek mit der Geige auf der Bühne. „Das“, sagt der stellvertretende erste Konzertmeister von Niederösterreichs Tonkünstlerorchester, „das wollte ich auf jeden Fall!“

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