Museum am Dom: Einmal Europa und zurück

Erstellt am 13. Mai 2022 | 04:03
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8349400_noe19museumamdomatlas1600seebacher.jpg
Aus einem Atlas um 1600 – und aus St. Pöltens Stiftsbibliothek – stammt die Schiffsdarstellung zwischen pustendem Wind und fliegenden Fischen.
Foto: Museum am Dom/Seebacher
„Europa, wer bist du?“ fragt die jüngste Schau im St. Pöltner Museum am Dom.
Werbung

Geplant hat man sie schon vor eineinhalb Jahren. „Da haben wir noch nicht gewusst, welch tragische Brisanz das Thema Europa bekommen würde“, meint die Direktorin.

Wobei: Um Kriege geht es in der jüngsten Schau in St. Pöltens Museum am Dom nicht. Die kommen erst am 29. Juni , wenn Teil zwei der auf drei Teile angelegten Ausstellung seine Pforten öffnet (Teil drei mit Entdeckungen und Erfindungen startet am 31. August ).

„Im ersten Teil geht’s um das Werden Europas“, erklärt Barbara Taubinger. Dazu haben sich Museum und Diözesanarchiv mit sieben anderen Archiven in Europa, von Stavanger bis Malta, vernetzt. Und zeigen deren „digitale Schätze“, auf Schautafeln, in Faksimiles, in Bildern und Dokumenten. Die handgeschriebene norwegische Verfassung ist da zu lesen oder das Testament von Maler Edvard Munch, eine portugiesische Sklaven-Verfügung, ein französischer Freimaurer-Meisterbrief oder eine Sammlung ungarischer Roma-Fotos.

All dem hat man Schätze aus (Nieder-)Österreichs Stiften aus dem 12. bis 20. Jahrhundert gegenübergestellt. Eine goldene Waage, eine silberne Mondphasenuhr und eine schwarzgoldene Himmelskarte etwa. Aber auch eine prächtige rotgoldene „Türkenjacke“ (aus St. Pölten) mit einem osmanischen Säbel (aus Göttweig), eine barocke Bratsche neben Maria Theresias Gesangsbuch, ein mittelalterliches Impfverzeichnis (aus Zöbing) neben einer eisernen Büste von Joseph II. (aus St. Pölten) und einem hölzernen Klappsarg (aus St. Michael). Oder einen elfenbeinernen Abtstab (aus Altenburg), einen vergoldeten Heiligen Benedikt und eine sorgsam illustrierte Benediktregel (aus Melk).

„Wir wollten“, so Museumsdirektorin Barbara Taubinger, „auch die Einheit und die Werte Europas zeigen, die eng mit dem Christentum verknüpft sind.“ Zu sehen ist „Europa, wer bist du?“, Teil I, bis 26. Juni.

www.museumamdom.at