Kaiser, Krapfen, Kunst und mehr . Was Niederösterreichs Kunsthäuser 2018 zeigen – eine Vorschau zwischen Kulturbezirk, Kunstmeile, Schallaburg und Co.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 16. Januar 2018 (02:33)

Krapfen gibt’s auch im Kunstfrühling in Niederösterreichs Museumshäusern. Nicht nur, weil (bald wirklich) Fasching ist. Und nicht nur im Café. Sondern auch im Bilderrahmen.
Zwei weiß gezuckerte Faschingskrapfen schmücken da, im Kremser Karikaturmuseum, ein weibliches Dekolleté. Das hat Altmeister Gustav Peichl alias Ironimus gezeichnet. Und zwar: „Jetzt mal ohne Politik!“ So heißt auch die Geburtstagsschau, die man dem demnächst 90-Jährigen ab 4. März an der Kunstmeile ausrichtet – mit Krapfen und anderen „ironischen“ Perlen aus 62 Jahren.

Keine Krapfen, dafür jede Menge Köpfe, gibt’s drei Wochen später in der nächsten Personale des Karikaturmuseums. „Sokol Auslese“ zeigt ab 25. März die besten Porträts des 2003 in Mödling verstorbenen Erich Sokol.

Und was gibt’s noch im neuen Ausstellungsjahr? Menschen. Wilde, brutale, bunte, surreale, expressionistische und existenzielle Menschen. Sie hat Unternehmer Jean-Claude Volot – gemalt von Gaston Chaissac, Karel Appel oder Hans Bellmer – gesammelt. Und sie (fast) alle zeigt das Gugginger Museum in seiner diesjährigen Frühjahrsschau ab 25. Jänner. Titel: „existence.!“

"Pyramdien" sind im Mistelbacher MAMUZ zu sehen

Nicht weniger existenzielle Kunst hat das Mistelbacher MAMUZ ab 3. März am Programm. Nämlich: „Pyramiden“. Vom Grabrelief bis zum Ägyptenkult, vom Siegelring bis zum Obelisken reichen die Themen der Schau. Und eine (rekonstruierte) pharaonische Grabkammer gibt’s auch zu sehen.

Gleich in die Nachbarschaft der ägyptischen Pharaonen, zu den byzantinischen Kaiser(inne)n, macht sich die Schallaburg in der „wertvollsten Ausstellung“ ihrer Geschichte auf. Die öffnet am 17. März ihre Tore. Und geht auf Spurensuche in „1000 vergessene Jahre“ zwischen Byzanz und dem Westen. Zu sehen sind Exponate aus dem Pariser Louvre, der venezianischen Schatzkammer von San Marco oder dem Jerusalemer Israel Museum. Darunter (und auch gleich am Ausstellungsplakat): die vergoldete Ikone von Kaiserin Helena.
Gold gibt’s in der Kremser Kunsthalle 2018 keines. Majestäten auch. Denn: „Imperial und Majestic“ heißt die erste Personale im Frühling. Und zeigt ab 11. März Stadt-, Berg- und Palais-Bilder des deutschen Fotokünstlers Axel Hütte – von Venedig bis, ganz aktuelle, Melk, Altenburg und St. Florian.

Und im St. Pöltner Museum Niederösterreich geht man ab 18. März in den „Garten“ (im Haus der Natur). Und bis 24. März 2019 in die Vergangenheit der „umkämpften Republik“ (im Haus der Geschichte) – wobei die als „exhibition in progress“ schon im Februar wieder aktualisiert wird. Außerdem in Arbeit: die Neugestaltung des Tullner Egon Schiele Museums – mit einer „Schatzkammer“ mit Originalen im ersten Stock und neuen, teils virtuell inszenierten Details aus Schieles Leben im ganzen Haus. Neueröffnung: 7. April.