Michael Lakner: „Wir können ja nicht ewig zusperren!“. Michael Lakner, Direktor des Stadttheaters Baden, sprach mit Michaela Fleck über Pauken- und Ritterschläge, Jesus, Dolly und Dingsda.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 18. März 2021 (05:50)
Michael Lakner
Husar

NÖN: Seit Jänner sollte auf der Bühne des Badener Stadttheaters schon die „Dolly“ singen, seit Februar die „Traviata“ leiden. Wie still ist es denn im März, bei Ihnen?

Michael Lakner: Es ist eigentlich sehr traurig. Und ich blicke wirklich mit Neid nach Spanien, wo man einen „Siegfried“ aufführt…

Wobei: Ganz still war es in Baden doch nicht. Zumindest nicht im Netz…

Lakner: Und dabei haben wir nur aus der Not eine Tugend gemacht [lacht]! Aber unsere Streamings, die „Mariza“ zu Silvester und zuletzt die „Traviata“, waren ein Riesen-Erfolg. Das hat uns auch beflügelt!

Wird jetzt, solange nicht vor Publikum gespielt werden darf, weiter gestreamt?

Lakner: Ja! Wir haben ein digitales, audivisuelles Frühlingspaket geschnürt. Und das beginnt gleich mit einem doppelten Paukenschlag: Ab 28. März kommt der „Messias“, mit Cornelia Horak und Bea Robein, den wollten wir eigentlich auf der Bühne konzertant machen und streamen ihn jetzt von Palmsonntag bis Ostermontag. Und unsere „Dolly und Co.“ kommt ebenfalls am 28. März, im ORF III-Hauptabendprogramm. Das ist schon ein Ritterschlag, darauf sind wir sehr stolz! Und das ist ein superschönes Konzert, mit Patricia Nessy und Andreas Steppan und Stücken von „Hello, Dolly“ und „My Fair Lady“ bis „Anatevka“ und „König der Löwen“.

Was heißt das fürs Ensemble?

Lakner: Natürlich ist es nicht das Gleiche, wenn’s keinen Applaus gibt. Aber die Künstler sind so glücklich, dass sie spielen können. Und wir haben ja auch unser Orchester dabei und unseren kleinen, feinen Chor… Und wir wollen unser Publikum bei Laune halten.

Und was kommt dann? Wenn vielleicht im April doch wieder aufgesperrt werden darf?

Lakner: Wir können ja nicht ewig zugesperrt halten. Auf Dauer können wir auch nicht alles verschieben. Und es ist so schade, wenn wir für die Katz’ proben! Aber nächsten Dienstag beginnen wir mit den Proben für den „Vetter aus Dingsda“, ich hoffe sehr, dass wir den ab 24. April spielen können. Und ich will mir gar nicht vorstellen, dass wir im Sommer nicht spielen können…

www.buehnebaden.at