Streit ums Erbe ging durch die Ehebetten. Nach 1156 konnten auch Frauen das Erbe antreten.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 21. September 2016 (05:23)
NÖN/zVg, zVg

Heiratslustige Damen. Nach dem Tod von Herzog Friedrich dem Streitbaren 1246 war das Geschlecht der Babenberger im Mannesstamm ausgestorben. Doch nach dem Privilegium Minus aus dem Jahr 1156 konnten auch Frauen das Erbe antreten. Davon gab es zwei, Margarete, die Schwester Friedrichs, und Gertrud, seine Nichte. Auf die hatte Stauferkaiser Friedrich II. – wohl wegen der Aussicht auf das reiche Erbe – ein Auge geworfen. Das selbstbewusste Mädchen lehnte den alten Herrn aber ab und heiratete fesche Burschen mehrerer Adelshäuser.

Großer Altersunterschied. Ihre Mutter wolle ebenfalls vom Eheglück kosten und vermählte sich am 11. Februar 1252 in der Burgkapelle von Hainburg mit dem fast dreißig Jahre jüngeren Ottokar II. Přemysl (geboren um 1232; Darstellung auf einer tschechischen Münze, 2013).

Erste Erfolge. Es kam, wie es kommen musste. Mehrere Herrscher wollten das Erbe der Babenberger antreten. Ottokar setzte sich durch. Er wurde 1251 Herzog von Österreich und Markgraf von Mähren, 1253 König von Böhmen, 1261 Herzog der Steiermark und 1269 Herzog von Kärnten und Krain. Diese Machtfülle machte ihn äußerst selbstbewusst, und er bewarb sich mehrfach um die Krone des Heiligen Römischen Reiches. Was ihm nicht guttun sollte.

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